Webcomics: ein wahnsinnig erfolgreicher, ein Wasser-durch-die-Nase-schnauben-lustiger und einer, der sich bewegt beim Motzen

Webcomics sind ein typisches Internetphänomen. Einige wenige sind wahnsinnig erfolgreich und haben ihre Autoren aus dem Nichts zu Berühmtheiten und Vollverdienern gemacht. Deshalb versuchen sehr viele, sich ihre eigenes Stück vom Kuchen abzuschneiden, und scheitern.

Das Geschäftsmodell von Webcomics ist einfach: auf einer Website wird einmal pro Tag ein kurzer Comic-Strip veröffentlicht. Meistens thematisch eingeschränkt, und gut gewürzt mit Nerd-Kultur – Games, Superhelden etc. Die Website ist per RSS lesbar, man kann den Comic also bequem abonnieren und jeden Tag lesen. Auf der Website werden Werbebanner verkauft, die erfolgreichen haben täglich Pageviews in Millionenhöhe.
Zusätzlich zur Werbung gibt es noch Merchandising: T-Shirts mit cleveren Sprüchen drauf, Hüte und Coffee-Mugs. 

Der erfolgreichste Webcomic – und damit *die* Vorlage – ist Penny Arcade.

Penny_arcade_-_the_gabriel

Penny Arcade ist nicht immer lustig, aber immer obskur. Für Uneingeweihte in vielen Fällen wohl kaum verständlich. Wer sich mit Games, Dungeons & Dragons und Superheldencomics nicht auskennt, wird die allermeisten Details überlesen und die Pointen nicht einmal wahrnehmen. Für mich ist PA deshalb auch ein Beweis dafür, wie gross kleine Nischen plötzlich werden können, wenn die Leserschaft nicht geographisch eingeschränkt wird. PA erreicht zwar nur eine ganz spezifische Leserschaft, aber eben rund um die Welt. 

Und: Penny Arcade ist ein Meinungsmacher und setzt Themen. Für mich deshalb relevant, weil es mir Hinweise gibt, was man in der Szene so diskutiert. Also eigentlich mehr etwas, das ich aus beruflichen Gründen verfolgen muss.

Was mich stattdessen mit Sicherheit täglich zum Lachen bringt: Dinosaur Comics. Vom Kanadier Ryan North seit gut 5 Jahren gezeichnet, und wohl der konsistenteste aller Webcomics. Ein unglaublich starres Konzept: die 6 Panels sind nämlich jeden Tag exakt die gleichen: billige Dinosaurier-Wordart. Ryan reisst das aber raus mit den Texten. Und traut sich auch an schwere Themen, die durch die kindliche Begeisterung des Protagonisten T-Rex angenehm luftig daher kommen. Kenner schätzen den kleinen Zusatzwitz, der erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger auf das Bild zeigt und einen kurzen Moment wartet.

Safari

Und zum Schluss noch ein Comic in Video-Form, ebenfalls mit starken Texten: Zero Punctuation. Unser aller Lieblings-Gamekritiker (der in Australien lebende Brite Ben "Yahtzee" Croshaw) hat diese Woche nämlich über Webcomics abgelästert – wie immer mitten in die Weichteile. Die Detailanalyse der schlechten Webcomics überlasse ich deshalb ihm.

The_escapist_video_galleri

Yahtzee ist eine Referenz und gehört in die wöchentliche Videorunde aller Gamer und v.a. auch Gamekritiker – er ist aus Prinzip grummlig und setzt durch seine Game-Verrisse einen angenehmen Gegenpol zu der in der Branche üblichen Jubelorgie.
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