Ich weiss, wo du grade bist – gömmer eis go zie!

Ein klarer Trend: "Local Aware Social Networking". Was ist damit gemeint und was bedeutet es?

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Viele von uns benutzen schon ein soziales Netzwerk, wie z.B. Facebook. Viele von uns tragen ein Handy mit sich herum. Bald werden viele dieser Handys GPS-Funktionen eingebaut haben. 

Und damit bietet sich die Gelegenheit, diese beiden Technologien zu verbinden. Z.B.: Ich sitze in der Bar, alleine, langweilig. Auf meinem Gerät sehe ich nun aber, dass in der nächsten Bar ein Freund sitzt – schnell anchatten, und man trifft sich. 

Beispiele:

Wenn ich bis jetzt mit jemandem darüber gesprochen habe, war die Reaktion immer genau gleich: "Was? Dann weiss man immer wo ich bin? Ich will doch nicht überwacht werden!!"

Einerseits:

  • Ich sehe die Position nur von Freunden. Die ich angefragt habe und die Ja gesagt haben zur Verknüpfung im sozialen Netzwerk .
  • Und auch nur dann, wenn sie mir explizit erlauben, jetzt ihre Position zu sehen. Sie können den Dienst jederzeit ganz abstellen, oder mir die Berechtigung entziehen.

Damit hat man es selber unter Kontrolle, ob, wann und von wem man sich "überwachen" lassen will.

Andererseits sind unsere Positionsdaten nicht vollständig unter unserer Kontrolle. Wir benutzen dazu eine Software, und das Unternehmen hinter der Software hat die Möglichkeit, auf diese Daten zuzugreifen. Daraus ergeben sich die folgenden Szenarien:

  • Das Unternehmen missbraucht meine Positiondaten.
  • Die Daten werden gestohlen und von anderen missbraucht.
  • Ein Staat zwingt das Unternehmen, die Daten zu speichern und auf Wunsch herauszugeben.

Das sind alles keine angenehmen Szenarien. Es hilft aber nichts, jetzt einfach Angst vor einer Technologie zu haben, die sich nicht mehr aufhalten lässt (nirgends sind Menschen so einsam wie in einer Grossstadt – eine Technologie, die sie mit ihren Freunden zusammenbringt, ist viel versprechend genug, um über Risiken hinwegzusehen).

Dass unsere Gesellschaft und auch das Individuum immer transparenter werden, ist eine langfristige Entwicklung und nicht umkehrbar. Diskutieren muss man deshalb die Frage der Kontrolle: Wer kontrolliert meine Daten? Wie wird Missbrauch verhindert und geahndet?
Antworten darauf können nur aus dem Zusammenspiel von Gesetzgebung, freiem Markt, Druck von Konsumenten- und Datenschutz-Organisationen und persönlicher Verantwortung entstehen.

Update:
Die Frage der Kontrolle wird immer mehr zu einer Frage, die nicht nur zwischen Unternehmen und Konsumenten, sondern auch zwischen dem Staat und den Bürgern diskutiert werden muss. Grossbritannien geht mit allgegenwärtigen Kameras und zentralen Datenbanken schon länger sehr weit; Schweden hat soeben Gesetzte geschaffen, die erlauben, den Internetverkehr ins Ausland zu überwachen. Das sind keine Einzelfälle: Jede Behörde leckt sich beim Blick auf die potentiell verfügbaren Informationen die Finger. Zwei Beispiele, nur von heute:

Den staatlichen Zugriff auf die Privatsphäre schätze ich als schwerwiegender ein. Wenn mir die Privacy Policy eines Unternehmens nicht passt, kann ich den Anbieter wechseln (sofern es echte Konkurrenz gibt und ich freie Wahlmöglichkeiten habe). Wenn dem Staat Eingriffe in die Privatsphäre erlaubt werden, die mir nicht passen, bleibt nur das Auswandern. Und Staaten begründen ihre Eingriffe gern mit Argumenten, gegen die man wenig einwenden kann – Terrorismus, Kinderpornographie, und "Du hast ja nichts zu verstecken, oder?".

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