Guidols und Guidos

Sollte ich jemals im nicht-deutschsprachigen Ausland eine Karriere anstreben, die ein gewisses Mass an Respekt voraussetzt, muss ich wohl oder übel meinen Namen ändern. Am besten in Bergerberg. Auf jeden Fall aber nicht Guido. Warum?

1. "Guidol" ist eine Guide Doll, oder wohl noch eher ein Guide Idol; also eine Touristenführerin, die im vollen Cosplay-Outfit Touristen durch das Otaku-Mekka Akihabara in Tokyo führt. Akibanana heisst die Firma, die diese Touren organisiert. Und erklärt die Wortschöpfung so: "Akibanana’s guides are also idols, therefore we created a new category called guidols. Kinda like the maidols." Maidols sind die Serviceangestellten in sog. Maid Cafés, die sich als Dienstmädchen kleiden und unter Otaku ebenfalls beliebt sind.

Cherry

Introducing Akibanana’s Guidol – Cherry (Akibanana, via BoingBoing)

2. "You’re such a Guido". In Amerika versteht man unter einem Guido einen Italo-Amerikaner aus New Jersey, der sein Hemd gerne weit offen trägt, das Kreuz an der Goldkette blitzen lässt, weisse Hosen trägt, die Brusthaare wuchern lässt (Old School) resp. die blanke Brust hormonell aufpumpt (New School) und es mit Haargel und Spray Tan nicht nur leicht übertreibt.

Laut Wikipedia ist ein Guido "a derogatory slang term for working class Italian-American".
Und laut Urban Dictionary "an Italian-American that pretends to be Italian by: talking with a thick accent; driving their cars way too fast with techno music blasting; dressing in tight clothes, with their hair slicked back, gold chains, bracelets, rings, and chest hair sticking out; being disrespectful towards gays, minorities and women".

Charming!

Zwei Guido-Beispiele, einer älter (Old School Guido), einer jung (New School):

 

Guido01Guido02

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3 Gedanken zu “Guidols und Guidos

  1. und in bilbliotheken darf man (in zürich) als guido auch nicht gehen, sonst wir man mit guiiiido (sehr hohes ekliges i) angesprochen…

  2. Was mir erst nach diesem Comment aufgefallen ist: die "Guiiiiiido"s verfolgen mich. Nicht nur damals in der Bibliothek, sondern auch jetzt wieder macht sich eine meiner Scheffinen einen Spass draus, "Guiiiiiido" lautstark durch die Hallen zu quietschen.

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