Die neue Suchmaschine Cuil

Konnten die sich wirklich keinen besseren Namen geben?

Cuil heisst die neueste Suchmaschine; ausgesprochen wird das „Cool“. Soll gälisch sein und „Wissen“ bedeuten. Also cool finde ich diesen Namen nicht. Immerhin ist er kurz, bleibt darum wohl optisch haften.

Cuil-1

Das Gute zuerst: die Suchresultate werden in drei (wahlweise zwei) Spalten dargestellt und nach Möglichkeit mit einem Bildchen versehen. Zunächst noch etwas ungewohnt (wenn sich nach 20 Google-Searches pro Stunde die optische Erscheinung der Suchresultate in der Retina eingebrannt hat), aber eigentlich sehr gut lesbar und hübsch anzusehen.

Google_-_cuil

Dann das Blabla: 33 Millionen Dollar Startkapital hat man sich besorgt; und richtig grosse Namen an Bord geholt. Laut Search Engine Land:

Tom Costello of IBM’s WebFountain project, plus Anna Patterson and Russell Power of Google’s TeraGoogle project, Google’s massive search index. Cuil also counts former AltaVista founder Louis Monier — who later went to eBay and then Google — as part of the team.

Wenn man solche Leute am Start hat, dann packt man natürlich die grosse Rhethorik aus: so will man vor allem mit dem PageRank-Prinzip von Google aufräumen und nennt das despektierlich „Popularity Contest“. Google gewichtet Seiten, auf die sehr oft gelinkt wird, höher in den Suchresultaten. Ebenso werden Suchergebnisse, auf die oft geklickt wird, dann auch öfter angezeigt. Das ist mit einer der wichtigsten Gründe, warum Google so erfolgreich ist – der „Popularity Contest“-Vorwurf klingt in meinen Ohren sehr arrogant.

Vor allem so lange man es noch nicht deutlich besser macht. Das Schlechte ist nämlich: die Resultate, die Cuil liefert, sind deutlich schlechter als die von Google, das haben alle meine direkten Vergleiche gezeigt. Das betrifft insbesondere auch Seiten, die nicht englisch-sprachig sind – übrigens die Mehrheit der Seiten im Internet, Cuil.
Und: die Server von Cuil waren den ganzen Morgen offline – Zusammenbruch unter der Last der Neugierigen.

Bevor man also bei Cuil davon redet, wie man Google überholen will, geht man besser noch mal in den Serverraum und zurück an die Arbeit.

Natürlich, als Google damals neu war und gegen Altavista und Yahoo und andere antrat, war auch noch nicht alles nur super. Aber: Google hat einen ganz speziellen Moment erwischt. Alle Konkurrenten investierten nicht mehr in die reine Suche, sondern vor allem in Portale – eine Strategie, die sich heute als falsch erwiesen hat. Nur Google erkannte, dass mit Search noch sehr viel Geld zu verdienen ist; und setzte alles auf diese Karte. Damit konnten die direkten Konkurrenten technisch ausgestochen werden: Google lieferte einfach die besseren Resultate als alle anderen, dank überlegener Technologie.

Die Lage heute ist damit nicht vergleichbar: gleich drei Schwergewichte (Google, Yahoo, Microsoft) balgen sich um den Search-Markt, und investieren viel in die technische Weiterentwicklung. Dagegen sind die 33 Mio von Ciul ein Klacks.

Cuil startet mit einem kleinen Budget aus den hinteren Reihen. Und das auf einer Strecke, auf der das Überholen sehr schwierig geworden ist.
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