Der Todesritter, Teil 1: Was ist ein Tank?

Der Todesritter ist die neue Heldenklasse in World of Warcraft: Wrath of the Lich King. Diese zweite Erweiterung von WoW wird für den Winter erwartet, im Moment läuft der Beta-Test von WotLK. Ich gehöre zu den Glückspilzen, die daran teilnehmen dürfen – und habe mich gleich auf den neuen Todesritter gestürzt. Eine der Rollen, die man mit dem Todesritter spielen kann, ist die des Tanks. In dieser dreiteiligen Serie beleuchte ich die Entwicklung des Tanks in World of Warcraft für Uneingeweihte und erkläre, warum ein Todesritter-Tank so aufregend ist. Dieser erste Teil erklärt, was ein Tank genau ist.

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Ein Tank hat die Aufgabe, das grosse böse Monster so zu ärgern, dass es sich nur mit ihm beschäftigt und die anderen Spieler in Ruhe lässt.
Also gut, vielleicht muss ich etwas ausholen.

World of Warcraft ist ein Online-Fantasy-Rollenspiel. Um es spielen zu können, erstellt man als erstes eine Spielfigur und gibt ihr einen Namen, z.B. „Hammerhart“. Man wählt für die Figur eine Rasse (z.B. Mensch, Zwerg, Orc) und eine Klasse aus (z.B. Krieger, Magier, Jäger).

Mit der Figur betritt man die Welt des Spiels und erledigt Aufgaben (Quests). Dafür bekommt man Erfahrung, Gold und Loot. Die Erfahrung lässt einem stärker werden und neue Fähigkeiten erlernen. Mit Gold kauft man sich z.B. Heiltränke oder lässt sich die abgenutzte Rüstung reparieren. Loot (Schatz) erhält man von Monstern, die man zur Strecke gebracht hat. Manchmal sind diese Schätze nur ein bisschen Gold wert, wenn man sie einem Händler verkauft. Mit etwas Glück ist der Schatz aber auch eine seltene Waffe oder Rüstung, die man benutzen kann und durch die man wieder stärker wird.

Manchmal sind diese Aufgaben zu schwer, um sie alleine zu lösen. Dann schliesst man sich in Gruppen mit anderen Spielern zusammen und kämpft gemeinsam. Es gibt Quests, die man zu zweit oder zu dritt erledigen kann; es gibt grosse Verliesse, die man zu fünft betreten muss, wenn man wieder heil herauskommen will. Und es gibt sogar Gegner, die mit 10, 25, oder sogar mit 40 Leuten bekämpft werden müssen.

In einer solchen Gruppe braucht es eine Strategie und Koordination. Und jeder Spieler hat seine Rolle, so wie es im Fussball auch Verteidiger und Stürmer gibt. Diese Rolle ist in der Regel durch die Wahl der Klasse vorgegeben (mehr dazu im zweiten Teil).

  • Heiler: heilt andere Spieler und achtet darauf, dass niemand wegstirbt, z.B. Priester.
  • Schadensmacher: steht im Hintergrund und richtet Schaden an, z.B. Magier oder Jäger.
  • Crowd Control: Magier z.B. können Gegner in Schafe verwandeln und so für eine kurze Zeit aus dem Spiel nehmen.
  • Und eben der Tank.

Ein Tank ist stark, verträgt viel Schaden und trägt eine dicke Plattenrüstung. So stellt er sich vor ein grosses, böses Monster hin, schlägt auf es ein und lässt sich gleichzeitig vom Monster hauen. Im Hintergrund steht ein Heiler, der den Tank beobachtet und heilt, also während des ganzen Kampfes am Leben hält. Ebenfalls in sicherem Abstand stehen die Schadensmacher und schiessen oder zaubern so lange auf das Monster, bis es umfällt.

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Warum beschäftigt sich das Monster mit dem Tank, den es ja eigentlich gar nicht umbringen kann (wenn das Tank/Heiler-Team gut arbeitet)? Jeder Spieler in einem Kampf erzeugt „Bedrohung“ auf ein Monster. Jedes Monster versucht, auf den Spieler loszugehen, der am meisten Bedrohung erzeugt. Bedrohung ist nicht das gleiche wie Schaden. Die Aufgabe eines Schadensmachers ist, dem Monster möglichst viel Schaden zuzufügen, ohne viel Bedrohung zu erzeugen. Und die Aufgabe des Tanks ist, möglichst viel Bedrohung zu erzeugen, um eben die Aufmerksamkeit des Monsters zu halten. Weil z.B. ein Magier oder ein Priester schwach sind, und nur Kleider aus Stoff tragen – und deshalb in der Regel schnell sterben, wenn ein Monster auf sie einschlägt. Nur der Tank ist hart genug im Nehmen, um all die Schläge wegzustecken.

Um die „Aggro zu halten“ (also die Bedrohung hoch genug zu halten, dass das Monster aggressiv auf ihn losgeht), hat der Tank verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung. Ein Krieger kann das Monster z.B. „verspotten“.

Ein Tank trägt viel Verantwortung. Wenn er das Monster nicht bei sich halten kann, und es mit ein, zwei Schlägen den Heiler platt machen, dann scheitert in der Regel die ganze Gruppe. Ein Tank entscheidet meistens, welches Monster als nächstes bekämpft wird. Er muss darauf achten, dass er nicht zu viele Monster aufs Mal auf sich aufmerksam macht, so dass die Gruppe nicht plötzlich zahlenmässig unterlegen ist. Ein guter Tank macht ausserdem den Schadensmachern das Leben leichter: weil die ebenfalls Bedrohung erzeugen, aber eben den Tank nicht überholen sollten – je mehr Bedrohung der Tank erzeugt, desto mehr Schaden können sie machen, und desto schneller liegt der Gegner am Boden.

Ich habe bis jetzt noch nie einen Tank gespielt. Tanks sind aber gefragt, weil fast jede Gruppe für fast jede Aufgabe einen braucht. Und weil es eher anstrengend ist, einen Tank zu spielen, gibt es eher zu wenige davon. Jetzt wird in der neuen Erweiterung von World of Warcraft, Wrath of the Lich King, eine neue Klasse eingeführt – der Todesritter. Und der Todesritter kann die Rolle eines Tanks übernehmen. Das ist für mich die Gelegenheit, diese Spielweise selber zu lernen.

Im zweiten Teil der Serie: die geschichtliche Entwicklung des Tanks.

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2 Gedanken zu “Der Todesritter, Teil 1: Was ist ein Tank?

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