Der Todesritter, Teil 3: Der moderne Tank und der ultimative Badass

Der Todesritter ist die neue Heldenklasse in World of Warcraft: Wrath of the Lich King. Diese zweite Erweiterung von WoW wird für den Winter erwartet, im Moment läuft der Beta-Test von WotLK. Ich gehöre zu den Glückspilzen, die daran teilnehmen dürfen – und habe mich gleich auf den neuen Todesritter gestürzt. Eine der Rollen, die man mit dem Todesritter spielen kann, ist die des Tanks. In dieser dreiteiligen Serie beleuchte ich die Entwicklung des Tanks in World of Warcraft für Uneingeweihte und erkläre, warum ein Todesritter-Tank so aufregend ist. Dieser dritte Teil schliesst die Serie ab.

Screenshot_080808_204613

Die Rolle des Tanks in World of Warcraft hat sich stark entwickelt. Sie ist abwechslungsreicher und komplexer geworden – und mit der neuen Erweiterung Wrath of the Lich King setzt Blizzard diesen Trend fort.

Wenn man bis jetzt einen Tank spielen wollte, wusste man, welcher Talent-Baum dafür vorgesehen war (mehr dazu im zweiten Teil der Serie). Das ändert sich nun. Die neue Klasse, der Todesritter, kann auch als Tank gespielt werden – die Tank-spezifischen Talente sind aber auf alle drei Talentbäume verteilt.

Einige Beispiele:
  • Unbreakable Armor“ im Frost-Baum, das Rüstung und Parier-Chance erhöht.
  • Bone Shield“ im Unholy-Baum, das den Todesritter mit wirbelnden Knochen umgibt, die Schaden absorbieren.
  • Vampiric Blood“ im Blood-Baum, das Heilung erhöht, die der Tank erhält.

Das alles wären Talente, die ein Tank gerne haben möchte (mehr Rüstung, Schaden verhindern, Heilung verbessern: so hält ein Tank länger durch). Weil sie aber auf drei Bäume verteilt sind, kann er nicht alle lernen, sondern muss sich für maximal zwei davon entscheiden.

Das hat erst einmal grosse Verwirrung unter den Spielern gestiftet. Und Ängste geschürt – dass Todersritter-Tanks entweder viel zu stark sind (dass es also gar nicht so auf die Wahl der Talente ankommt) – was die anderen Klassen benachteiligen würde. Oder das die Todesritter das Schicksal aller Mehrfachbegabten erleiden: sie können zwar alles, aber nichts richtig. Und können deshalb bei wirklich schwierigen Kämpfen nicht als Tanks eingesetzt werden.

Das alles notabene während der Beta-Phase. Die WotLK-Erweiterung ist noch nicht veröffentlicht, und die Talente gerade des Todesritters sind seit Beginn der Beta schon zweimal geändert worden – alles ist also noch mächtig im Fluss.

Beeindruckend finde ich, dass Blizzard (die Spielentwickler) jetzt aktiv schon aktiv die Gedanken hinter dieser neuen Talent-Strategie erklären, ihre Absichten beschreiben, und mit den Spielern so in einem echten Dialog sind. Und natürlich wird auch unter den Spielern, die im Beta-Test die Talente wirklich ausprobieren können, heiss diskutiert, welche Talent-Kombinationen sich am besten für die Tank-Rolle eignen. Diese Diskussion ist durch die Verteilung der Talente auf drei Bäume viel spannender geworden; ich erwarte eine Vielzahl von kreativen Vorschlägen. Das ist toll: heute gibt es manchmal Talent-Kombinationen, die so allgemein anerkannt sind, dass es einem Nachteile bringen kann, das man fast schon geächtet wird, wenn man vom Kanon abweichen will.

*** SPOILER ALERT ***
Wer die Start-Quests des Todesritters durchspielen will, ohne im Voraus etwas zu wissen, der sollte jetzt aufhören zu lesen. Ich plaudere nicht alle Details aus, aber schon ein paar zentrale Eckpunkte.

Screenshot_080808_203328

Einen Todesritter kann jeder erstellen, der mindestens eine andere Spielfigur bis Level 55 gespielt hat. Der neue Todesritter fängt nicht bei Level 1 an (wie das sonst üblich ist), sonder direkt auf Level 55. Nach Abschluss der Startquests ist ein Todesritter auf Level 58.

Das bedeutet, dass sich die ersten Gehversuche ganz anders anfühlen als bei anderen Klassen: mit einem kleinen Level 1 kämpft man z.B. gegen Wildschweine, vielleicht mal gegen einen Wolf – und fühlt sich allgemein schwach und verletzlich (vor allem zaubernde Klassen wie Magier und Priester). Nicht so der Todesritter: man beginnt bereits gut ausgerüstet, sieht furchterregend aus und bekommt kurz nach Beginn gleich den Auftrag, einen Gefangenen hinzurichten. Also eine Figur, vor der alle erzittern.

Todesritter beginnen unter dem Befehl des Lichkönigs (der der neuen Erweiterung den Namen gibt). Die Todesritter waren früher mächtige Paladine, die aber ihren Glauben verloren und ihre Seelen gegen das Versprechen der Unsterblichkeit dem Lichkönig opferten. Und unter dessen Fuchtel beginnt man das Spiel, und bekommt seinen allerersten Auftrag auch gleich vom Lichkönig persönlich (dafür, dass der sooo böööse ist, hätte der mich allerdings etwas mehr beeindrucken können).

Und diese Aufträge haben es in sich: die Todesritter werden losgeschickt gegen ein Dorf und richten dort ein Massaker an. Es wird keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten gemacht – eine Neuheit im Spiel: Zivilisten waren bisher nicht angreifbar; hier ist es erforderlich, um den Quests abzuschliessen. Die meisten wehren sich nicht einmal – es wird dem Spieler also deutlich gezeigt, dass er da etwas verwerfliches tut.

Der Spielfigur wird das aber erst allmählich klar. Insbesondere, als sie erneut den Auftrag bekommt, einen wehrlosen Gefangen hinzurichten. Dieser erkennt den Todesritter aber, resp. die Person, die er vor seinem Seelenverkauf war. Und versucht ihn daran zu erinnern, dass er einmal für das Gute gekämpft hat. In dieser tragischen Szene wird die Saat gesetzt, die später aufkeimt: der Todesritter sagt sich vom Lichkönig los und stellt seine unheimlichen Kräfte dem Kampf gegen das personifizierte Böse zur Verfügung.

Allerdings nicht bevor man noch auf einem fliegenden Drachenskelett ein ganzes Dorf mit explodierenden Eis-Blitzen dem Erdboden gleichmacht. Brutal, aber spektakulär.

Screenshot_080808_204436

Der Todesritter ist ein moderner Tank – eine Rolle, die ich noch nie gespielt habe und die wohl noch nie so interessant war wie jetzt. Und der Todesritter ist der ultimative Badass: Er kämpft nicht mit einem Schild, sondern mit einer Zweihandwaffe – versteckt sich also nicht, sondern bringt Schrecken und Vernichtung. Furchtlos, brutal, stark – und darum ein perfekter Tank.

Update:
Nachdem WotLK nun veröffentlicht ist, und damit die Talent-Bäume definitiv, habe ich mich hingesetzt und gerechnet. Hier ist mein Vorschlag für einen Todesritter-Tank-Build. Entgegen meiner früheren Experimente habe ich mich gegen Frost entschieden und ziehe nun eine Kombination aus Unheilig und etwas Blut vor.
Advertisements

14 Gedanken zu “Der Todesritter, Teil 3: Der moderne Tank und der ultimative Badass

  1. Hab endlich alle drei Parts gelesen. Bis hin zum Todesritter war mir das Tank-Prinzip allerdings auch schon vor deinen Posts klar. Was mich noch interessieren würde: kannst du mit der Beta jetzt schon als Todesritter auftreten und mit anderen online gamen, die nicht auf der beta sind?

  2. In der Beta hab ich schon einen Todesritter durch die Startquests gebracht. Die Beta-Server sind aber völlig abgetrennt von den Live-Servern; alles, was man jetzt aufbaut, ist irgendwann wieder verloren. Man kann zwar bestehenden Charaktere kopieren, aber natürlich auch nur einweg. Also: Todesrittern kann man jetzt nur mit anderen, die auch in der Beta sind.

  3. Also die eierlegende Wollmilchsau? Die meisten Todesritter, die jetzt schon rumrennen, sind auf DPS geskillt – Tanks trifft man noch nicht so viele an. PVP wird sicher interessant, weil sie auch AoE drauf haben – ist aber nicht so mein Ding, weiss ich nicht wirklich bescheid.

  4. Ich freue mich auf den Todesritter als Tank, habe bereits die anderen drei Tank klassen gespielt und freu mich nun auf den "Badass".Das das Tanken nicht richtig auf einen Baum spezialisiert ist finde ich nicht so prickelnd, hätte lieber den Frost Tree als reinen Tank Tree gesehen. Naja kann man nichts machen.Aber so im Groben erwarte ich vom Todesritter das er wie ein Druide zu spielen sein wird, kein Schild dafür Parieren. Soweit ich die Skills durchgesehen habe hat er nette sachen die sich fürs tanken eigenen würden doch sind die alle zu aktivieren, was ein einfaches handling verhindert und sehr viel mehr aufwand erfordert. was wiederum die leute abschrecken wird einen todesritter tank zu spielen und dann von den meisten gesagt wird ich mach schaden und damit währe zwar die möglichkeit eines todesritter tanks gegeben in der praxis aber durch unspielbarkeit nicht anzutreffen.fazit: sich auf tank zu skillen, gut als todesritter in der rolle des tank zu sein hat blizzard mit der aufspaltung der brauchbaren tank talente und die unerreichbarkeit von 2/3 derer in den bäumen verbockt.ich hoffe die flicken das noch was, die 10% mehr leben in der Frostpräsenz waren nicht nur nötig sondern fast unverzichtbar.noch ist er nicht draußen, warten wirs ab

  5. Ich glaube auch, dass Leben erhalten das Hauptproblem eines Todesrittertanks sein wird. Aggro generieren und halten hingegen nicht.Du hast recht, ich gehe eigentlich auch davon aus, dass die meisten Todesritter Schaden machen werden. Umso besser für mich: in der Schwerbenwelt werden bald alle nur noch durchhetzen und es wird wie immer zu wenige Tanks haben – ich krieg also bestimmt genug Arbeit zum Üben. Und das Timing mit den Runen wird sicher etwas Einspielzeit brauchen.Was noch eine Überlegung wert ist: sich einen guten Heiler besorgen und im Zweierpack auftreten.

  6. Ich spiele gerade einen DK auf dem Betaserver. Es ist alles recht verwirrend und man hat nicht wirklich einen Anhaltspunkt ob man nun viel Schade macht oder wenig. Ich denke man muss einfach alles ein paar mal durchtesten. Ich bin zur Zeit voll auf Frost gegangen da ich ihn als Tanbk ausprobieren wollte.

  7. Ich experimentiere im Moment mit einer Kombination aus viel Frost und etwas Blut.Das Ziel: eine der ganz klaren Tank-Abilities aus dem Hauptstamm mitkriegen (Frost: Unbreakable Armor, erhöht Rüstung, Stärke und Parierchance) und im zweiten Stamm noch eine weniger hohe, aber trotzdem Tank-ausgerichtete (Blut: Veteran of the Third War, erhöht Stärke und Ausdauer). Und dann noch eine Prise Ausweichen aus dem Unholy-Baum.Z.B. so: http://talent.mmo-champion.com/?deathknight=0055020500300300000000000003252505100530012001004121000005000000000000000000000000000

  8. ich hab mir mal alle kommentare hjier sorgfältig durchgelesen und natürlich nen DK als dmg dealer gespielt…wollte jetzt umsteigen auf tank weil es halt zu viele dd´s in den raids und hero´s schon gibt…als tank ist man immer wieder gerne eingeladen =)da hab ich mir die frage gestellt?!Welche Skillung?!Ich habe mich für die Frost Skillung entschieden wobei auch andere fähigkeiten aus den anderen bäumen nicht fehlen dürfen wie zum beispiel die AoE vom Unheilig Baum(Tod und Verfall)!Als Todesritter tank bietet es sich gut an auf viel !!Verteidigungswertung zu gehen(wie üblich)Hierbei skillt man natürlich bei Frost die Undurchdringliche Rüstung auch mit!!! Die Lichking skillung muss aba auch beachtet werden!!!, jedoch ist die Parierwertung auch sehr wichtig!darauf müsst ihr achten!Die ausweichwertung ist dabei zweitrangig da ihr sie im Blut-Baum auch direkt am anfang skillen könnt!Auf eure DPS könnt ihr als tank erstmal zum Teil verzichten da es euch erstmal interessieren sollte opb ihr die aggro haltet was mit der Frost-Baum skillung am besten geht! Siehe Heulende Böe =)Solang ihr den Heiler nicht verrecken lasst, steht euch die Welt des Tanks offen!Hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen…Viel spass beim tanken =)

  9. Der Denker said: "Die ausweichwertung ist dabei zweitrangig da ihr sie im Blut-Baum auch direkt am anfang skillen könnt!"FInd ich nicht. Meines Erachtens nach is Ausweichen > parieren, da es weniger stats kostet. Du bekommst mit der gleichen Wertung mehr an definitivem Stat. 8 Ausweichwertung macht prozentual mehr avoidance als 8 Parierwertung. Kannste auch bei den Profis auf Elististjerks.com nachlesen.

  10. Einverstanden! So viel ich weiss, geht Ausweichen auch, wenn man von hinten angegriffen wird; parieren aber nur von vorn. Grade für Anfänger, die das mit der richtigen Position noch nicht im Griff haben, ist Ausweichen deshalb auf jeden Fall vorzuziehen.

  11. Zu den Oben geschriebenen Comments:Seit ihr noch immer der Meinung das der DK schwächere Überlebensfähigkeiten hat? Ich bin damit nämlich nicht einverstanden.Ich finde genau das ist seine Stärke. Der DK hat viele "Oh Shit"-Buttons, wodurch man sogar eine Rotation erstellen kann (als Unholy) und er so dauerhaft starke Schadensreduktions aktiv hat. Ich rotiere folgendermassen: Anfangs mit Knochenschild (mit 6 Aufladungen durch die glyphe hält das sehr lang). Wenn der letzte Knochen verbraucht ist dann Eisige Gegenwehr. Nach dessen Ablauf dann Lichritter zünden. Wenn dieser dann Abgelaufen ist, hat man meist schon wieder die Möglichkeit Knochenschild zu benutzen.Bei den anderen Speccs geht das leider nicht, weil die entsprechenden Gegenstücke zum Knochenschild nicht so lange halten: (Meine subjektive Meinung. Garade Eisige Gegenwehr ist sehr gut, da es unser "Schildwall" ist. Ich glaube die Schadensverringerung steigt mit 540 def auf um die 40% an. Und Gegen Caster sind wir allemal gut gewappnet.

  12. also ich hab einen todesritter auf lvl 72.. und ich finde die sind ziemlich leicht zu spielen.. aber ich skill den auf blut und da ich sowiso probleme dabei habe is das ziemlich schwierig einen perfekten blut-skill hinzubekommen. mal steht da 917-1109 schaden mal steht da 1993- 2045 schaden.. ich komme damit nicht klar mal so mal so.. gibt es eigentlich einen perfekten skill?was ist besser unheilig oder blut?

Sag was!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s