Games Convention 2008: Fable 2

Heute morgen hatte ich die Gelegenheit, Fable 2 anzusehen – vorgeführt wurde es vom Audio Producer George Backer (er habe ca. 38 Stunden Dialog aufgenommen und bearbeitet). Fable ist ein klassisches Rollenspiel, in einer relativ klassischen Rollenspielwelt – mehr oder weniger mittelalterlich.

Fable 2 wagt es, mit einigen Rollenspiel-Traditionen zu brechen. Es gibt z.B. keine Minimap – in vielen anderen Spielen wird oben rechts eine kleine Karte angezeigt, die dem Spieler zeigt, wo er ist und was es interessantes in der Nähe gibt. Fable 2 lässt das weg – man fand schade, dass Spieler oft nur auf die Minimap schauen statt auf den eigentlichen Spielinhalt.

Ersetzt wird die Minimap durch zwei „Systeme“.

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Erstens ein Hund. Ja, der Held wird laufend begleitet von einem Hund. Dieser Hund verhält sich ziemlich hundeartig, wackelt also nicht einfach stur parallel dem Helden hinterher, sondern bewegt sich ziemlich frei. Trotzdem versucht er immer, in der Nähe der Spielfigur zu bleiben. Mal abgesehen davon, dass der Hund so lebensecht sein soll, dass man eine Bindung zu ihm entwickelt, hat der Hund auch die Funktion eines Warnsystemes. Z.B. bellt er, wenn Gefahr droht. Oder er entdeckt Schätze oder Stellen, wo man etwas ausbuddeln kann, und rennt dann da hin und bellt wieder. Das alles sah sehr natürlich aus, wirklich beeindruckend. Eine elegante Lösung, vor allem, wenn man es vergleicht mit anderen Spielen: dort werden solche Objekte z.B. einfach golden umrandet und blinken, wenn der Spieler in die Nähe kommt. Das ist natürlich nicht sehr realistisch und steht etwas quer zur Welt.

Das zweite System ist der „Golden Trail„. Wenn man einen Quest angenommen hat (von Questgebern, die ganz traditionell ein gelbes Ausrufezeichen über dem Kopf haben), glitzert vor einem am Boden eine Art Goldstaub-Spur, die anzeigt, wo man ungefähr hingehen soll. Die ist dynamisch – folgt also zum Beispiel Wegen (nicht einfach Luftlinie) und reagiert natürlich darauf, wo man sich gerade befindet.

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Auch das Kampfsystem von Fable 2 ist innovativ: die Entwickler nennen es „One Button Combat„; auch wenn es streng genommen ein „Ca. 3 Buttons plus 2 Sticks plus D-Pad“-Combat ist. Es gibt drei Angriffstypen: Nahkampf, Fernkampf und Magie. Jeder Angriff ist einem Knopf zugeordnet. Die Stärke oder die genaue Art des Angriffs hängt ab vom Timing.
Noch etwas komplexer wird es bei Zaubersprüchen: dort kann man die bekannten Sprüche auf einer 5-stufigen Säule ablegen; je länger man den Magieknopf drückt, desto mehr lädt sich diese Säule auf. Hoch angeordnete Sprüche verlangen also einen längeren Knopfdruck, wirken dann aber auch in einem grösseren Radius.

Sehr spannend finde ich dieses Kampfsystem: kein komplizierten Knopfkombinationen, und trotzdem scheint eine tiefe, ausgefeilte Kampfweise möglich zu sein, basierend v.a. auf Timing. Für Einsteiger ist aber auch simples Button Mashing möglich: einfach ganz oft auf die Schwerttaste drücken.

Schön auch, dass es unterschiedliche Erfahrungspunkte gibt, für jede Angriffsart. Wenn man also sein Schwert oft benutzt, steigt der Schwert-Skill schneller als z.B. die Magie-Fähigkeit.

Und noch eine tolle Idee: wenn es mal in einem Kampf zu schwer wird, kann ein zweiter Spieler einen Kontroller in die Finger nehmen, und sofort mit ins Spiel einsteigen („Jump-In Coop„). Er steuert dann einen sog. „Henchman„, also kein Held, sondern ein Helfershelfer. Man kann aus verschiedenen Typen (gut, böse, männlich, weiblich etc.) auswählen. Die Henchmen erhalten ebenfalls Erfahrung im Kampf, man kann sie ebenfalls skillen. Sie bleiben aber immer auf einem ähnlichen Erfahrungswert wie der Held und passen sich so dem Schwierigkeitsgrad des Abenteuers automatisch an.

Das finde ich ganz hervorragend. Es unterstützt nämlich eine Spielweise, die immer verbreiteter wird bei Single-Player-Spielen: einer spielt, und ein Freund sitzt nebendran auf dem Sofa, schaut zu und gibt seinen Senf dazu. Nun kann dieser Zuschauer selber auch gleich eingreifen in das Spiel und zeigen, ob ers wirklich so viel besser weiss.

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Der Stil von Fable 2 bleibt der ersten Version treu: knubbelig, knallige Farben, also eine leicht überzeichnete, comic-artige Mittelalterwelt. Dem folgen auch die Stimmen, das Voice Acting: wunderbare britische Akzente, und komplett überdrehte Stimmmelodien. Damit heben sich die Stimmen deutlich ab von dem, was man sonst so ertragen muss. Allerdings seine sie dran, die Stimmen auch auf Deutsch aufzunehmen – und ich befürchte, dass für die deutsche Version dann halt wieder die schlechten Schauspieler ausgefahren werden. Weil es soviel Dialog habe, könne man auch nicht die englische Version zusätzlich draufpacken. Schade, da bleibt mir nur die Hoffnung, dass sie das einigermassen hinkriegen – sonst muss man wohl die englische Version importieren.
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