Spore vs. Internet: I hear what you’re saying, but you’re completely wrong

Nun ist es also da und wir können es spielen: Spore, das Spiel, das nichts weniger als die Evolution zum Thema hat. Weil Will Wright der Erfinder von Sim City ist, waren die Erwartungen an Spore riesig. Es sollte das „Sim Everything“ sein (das war lange der Arbeitstitel von Spore).

Es sollte eigentlich nicht überraschen: Spore ist nicht ein Sim Everything. Trotzdem ist das Internet enttäuscht. Das ist der Grundtenor bei den Gamekritikern und den einschlägigen Foren.

Liebes Internet: du liegst total daneben. Auch wenn ich verstehe, warum.

Das Internet kritisiert: Spore ist breit, aber nicht tief. Es gibt viele verschiedene Phasen im Spiel, jede Phase eigentlich ihr eigenes kleines Spiel. Die Mehrzellerphase, die Kreaturenphase, die Stammes- und die Zivilisationsphase und schliesslich die Raumfahrt. Jede Phase hat eigene Ziele und eigene Spielmechanismen. So geht es in der Zellphase eigentlich nur darum, Fleisch oder Pflanzen zu fressen und in der Ursuppe herum zu schwimmen ohne selber gefressen zu werden. Ist einmal eine Zivilisation aufgebaut, kann man z.B. mit anderen Stämmen handeln oder sie religiös bekehren und Häuser und Fahrzeuge bauen.

Allerdings sind diese Phasen nicht sehr komplex. Z.B. gibt es nur drei Typen von Städten (militärisch, wirtschaftlich, religiös) und ein Typ Stadt kann je Landfahrzeuge, Schiffe oder Flugzeuge des entsprechenden Typs herstellen. Das ist nicht das, was man sich von anderen Strategiespielen gewöhnt ist (wo es in der Regel Unmengen von verschiedenen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen gibt).

Damit ist in der Regel recht klar, was man tun muss, um zu „gewinnen“. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Es geht bei Spore nicht ums Gewinnen. Und es geht, wenn man ehrlich ist, auch gar nicht so sehr ums Spielen.

Sporetm

Spore ist ein Werkzeugkasten. Man bastelt Kreaturen, Fahrzeuge und Häuser damit. Das ist das eigentliche Ziel des Spiels: Kreativität fördern. Und dieses Ziel erreicht Spore auf unglaublich beeindruckende Weise.

Die Editoren zur Tier- oder Fahrzeuggestaltung leisten Erstaunliches. Sie sind nämlich in der Lage, wunderbar komplexe dreidimensionale Objekte zu erstellen, und sind trotzdem so einfach zu bedienen, dass Kinder, die noch kaum lesen können und Erwachsene, die gerade mal emailen, völlig mühelos an ihren Kreationen basteln. Das ist eine gewaltige Leistung, die man respektieren muss.

Also: bei Spore geht es um die Kreationen, und um den Austausch derselben mit anderen, und um das gegenseitige Beflügeln der Kreativität. Diesen Anspruch löst Spore ein. Wer aber ein komplexes Spiel erwartet hat, wer auf Sim Everything gehofft hat, der ist enttäuscht.

Zu Unrecht: Wenn ich einen Bastelkurs buche, sollte ich nicht jammern, wenn ich da nicht Schach spielen kann.

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