Werbung in Games: Google kommt, trotzdem kein Grund zur Panik

Google hat angekündigt, ihre Werbeplattform AdSense auch für Games anzubieten. Im Moment geht es noch um Flash-Games. Per AdSense wird es möglich sein, vor und nach dem Spiel oder zwischen Levels Werbung anzuzeigen. Werber können nun neben Websites und Videos auch in Flash-Spielen über Google Werbung platzieren.

Google brings AdSense to games (Guardian Games Blog)

Der Guardian stellt die Frage, die wohl bei jedem Gamer zuerst auftaucht: „Is that the sound of floodgates opening?“ Die Befürchtung: Flash-Games sind nur der Anfang, bald wird Google auch in „richtigen“ Spielen Werbung platzieren. Genährt wird diese Befürchtung dadurch, dass Google weder die einzigen, noch die ersten sind, die in diesem Geschäftsfeld experimentieren. Im Gegenteil: IGA hat vor kurzem eine Partnerschaft mit Sony für die Playstation 3 abgeschlossen; die Microsoft-Tochter Massive hat ihre Zusammenarbeit mit Electronic Arts verlängert – um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Grossen sind an Bord.

Wir Gamer wollen aber keine Werbung in unseren Games. Wir haben Angst vor der Vorstellung, in einer Fantasy-Welt plötzlich mit einer Coca-Cola-Werbetafel konfrontiert zu werden – und damit aus der Welt des Spiels herausgerissen.

Wowcoke

Don’t panic! Ich bin sicher, dass diese Angst unbegründet ist. Ich war vor ziemlich genau einem Jahr an der Konferenz des Gamehotel, die sich einen ganzen Nachmittag mit dem Thema „In-Game Advertising“ beschäftigt hat. Mein Bericht hier:

Zusammengefasst: alle wollen gerne Werbung machen in Games, aber keiner weiss, wie. Man ist sich bewusst, dass man Games nicht einfach mit Bannern zupflastern kann (abgesehen von Sport-Spielen, bei denen echte Werbung den Realismus erhöht).

The good news for gamers is this: marketers start to realize that they cannot simply put banners into games and be done with that. They have learned that the medium has its own set of rules. They cannot break the flow of the game, since they would ruin the experience for the player. If your product is associated with ruining an experience, you’re out.

Die Zukunft der Game-Werbung wird deshalb ganz woanders liegen: nicht IN Games werben, sondern MIT Games. Disney macht es heute schon vor: bei einer Kooperation mit McDonalds wird nicht in einem Disney-Film ein McDonalds-Produkt platziert, sondern die Disney-Charaktere werden für McDonalds-Werbung verwendet. Genau so wird es auch mit Games laufen. Master Chief als Karton-Figur und einem Big Mac in der Hand.

Games erzeugen Emotionen bei den Spielern. Wenn es den Werbern gelingt, diese Emotion mit ihrem Produkt zu verknüpfen, funktioniert die Werbung. Es gibt nur einen Weg: diese Verknüpfung muss ausserhalb des Spieles erfolgen. Lasst die Games die Stimmung und die Charaktere aufbauen – je stärker sie sind, desto wiedererkennbarer sind sie, auch in einem anderen Kontext. Und das könnte dann eben McDonalds sein.
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