Halo Wars: Echtzeitstrategie für Einsteiger

Die Halo-Franchise ist für die Microsoft Game Studios das beste Pferd im Stall. 24 Millionen mal hat sich Halo (1-3) verkauft. Ohne Halo wäre die Xbox nicht das, was sie heute ist. Aus diesem Grund erstaunt es nicht, dass man die Halo-Lizenz nicht einfach ruhen lässt. Während sich Microsoft noch nicht entschieden hat, was nach Halo 3 mit dem Shooter passieren soll, springt nun Halo Wars in die Bresche, sozusagen als Überbrückung. Das Echtzeit-Strategie-Spiel hat bezüglich Spielweise nichts mit Halo zu tun. Aber die Geschichte des Spiels, die Einheiten, die grafische Gestaltung – das ist unverkennbar Halo.

Conflict

Für Halo-Fans ist alles da, was man aus dem Shooter kennt: die Einheiten, der hohe Produktions-Standard, die toll gemachten Zwischensequenzen. Trotzdem stellt sich die Frage, warum sich ein Action-Fan plötzlich für ein Strategie-Spiel interessieren soll.

Halo Wars ist nicht von Bungie (wie das Original), sondern von Ensemble Studios. Die haben mit ihrem Age of Empires hinreichend bewiesen, dass sie etwas von Echtzeitstrategie verstehen. Zu der Halo-Lizenz kamen sie wie die Jungfrau zum Kind: in den ersten Kontakten mit Microsoft ging es nur darum, die Echtzeitstrategie auf die Konsole zu bringen – und plötzlich schlug Microsoft vor, das mit Halo zu tun.

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Und dieses Unterfangen ist geglückt. Halo Wars ist einfacher als die Titanen des Genres (Starcraft, Age of Empires, Command & Conquer). Das ist mutig und stellt sich als Hauptstärke des Spiels heraus. Es geht nicht darum, das Spielerlebnis am PC auf die Konsole zu zwängen – was aufgrund der limitierten Eingabe-Möglichkeiten eines Xbox-Kontrollers im Vergleich zu Maus+Tastatur scheitern muss. Stattdessen reduziert Halo Wars die Komplexität und betont stattdessen Action, Geschwindigkeit und Grafik.

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Basen können z.B. nicht an einer beliebigen Stelle gebaut werden, der Ort ist stattdessen vorgegeben. Auch die einzelnen Gebäude einer solchen Basis können nur auf dafür vorgesehenen Feldern gebaut werden. Einheiten gibt es nur wenige. Die Selektionsmöglichkeiten dieser Einheiten beschränken sich auf „Alle“, „Alle dieses Typs“ und „Alle sichtbaren“.

Die Vereinfachung ist konsequent durchgezogen. Und das zahlt sich aus: die Steuerung mit dem Controller ist sehr schnell und intuitiv, nach den ersten zwei Training-Levels bewegt man sich schon wie ein alter Hase auf dem Schlachtfeld.

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Halo Wars ist kein Spiel für Echtzeitstrategie-Veteranen. Wer Starcraft liebt, wird hier Komplexität vermissen. Halo Wars ist vereinfacht, action-orientiert, die Levels sind recht linear, die Gegner kaum bösartig. Dafür ist das Spiel schnell zu lernen, es ist immer gleich was los. Und das berüchtigte Micro-Management, das entspanntere Spieler in der Regel von Echtzeitstrategie fernhält, ist hier schlicht nicht notwendig.

So gesehen bleibt Halo Wars nah genug an der Franchise dran – Action-Fans müssen nicht plötzlich zu Schachspielern umschulen. Die Steuerung ist genial einfach und beweist, dass man sehr wohl Echtzeitstrategie auf die Konsole bringen kann. Trotzdem hinterlässt das Spiel einen etwas leidenschaftslosen Eindruck. Halo hat mich begeistert, weil es innovativ war und den Konsolen-Shooter neu definiert hat. Diesen Anspruch kann Halo Wars nicht erfüllen – wie Echtzeitstrategie auf Konsolen funktioniert, hat Pikmin schon vor sieben Jahren auf dem Gamecube gezeigt. Halo Wars ist zwar grundsolide Unterhaltung, bringt meine Augen aber nicht zum leuchten.

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