Flock: Was im Spiel manchmal frustriert, geht in echt ganz leicht!

Etwas durchzogen ist es, dieses Flock. Möglicherweise bin ich etwas streng, weil der Download-Titel (über Xbox Live oder Playstation Network) gut 25 Franken kostet, was ich zu teuer finde. Aber auch abgesehen vom Preis hätte das Capcom besser machen können.

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Die Vorgabe ist an sich charmant: wir sollen als Ufo Schafe und diverse andere Tiere in die Nähe des Mutterschiffs treiben, das die Viecher dann einsaugt und entführt. Besonders die Tiere und die Level sind süss gestaltet, die Retro-Science-Fiction-Musik und die seltsamen Sound-FX (Warum quietschen Schafe beim Rennen wie Badewannen-Enten?) anfangs auch, mit der Zeit gehen sie dann aber auf den Keks. Der Spielmechanismus ist einfach: bewege ich mein Ufo in die Nähe von Tieren, rennen diese vor mir weg. Ich muss herausfinden, wie ich sie zum Mutterschiff (in Englisch übrigens Mother Flocker, harhar) treibe, um Zäune und Hecken herum, an Abgründen vorbei, durch Kornfelder und Schlamm. Wir beginnen mit Schafen, später kommen schottische Hochlandrinder, Schweine und Hühner dazu, alle mit leicht anderen Eigenschaften.

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Die Rätsel sind durchwegs einfach, die Herausforderung wird nur erhöht, wenn man auf Zeit spielt: je schneller man eine vorgegebene Anzahl Tiere zum Mutterschiff bringt, desto mehr Punkte. Man kann auch zu zweit scheuchen (einer räumt Hindernisse aus dem Weg, der/die andere scheucht die Viecher umher, gut gelungen!) und sogar seine eigenen Levels bauen.

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Das Punktvergabe-System ist clever. Ich soll beispielsweise fünf Schafe zum Mutterschiff bringen. Im Level sind aber mehr zu finden. Ich kann nun erst einmal fünf reintreiben, so schnell wie möglich, und erhalte dafür je nach Zeit eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille. Das schliesst den Level aber noch nicht ab, nur den Zeitdruck. Ich kann nun in aller Ruhe noch versuchen, die restlichen Schafe einzutreiben und noch mehr Punkte zu sammeln, bei allen gibt es dann die „Perfekte Entführung!„-Belohnung. Das ist eine hervorragende Design-Idee: ich muss mich nicht zwischen Zeitdruck und Punktemaximum entscheiden, sondern kann in einem Durchgang beides anstreben. Nachahmenswürdig!

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Leider hat Flock ein ziemlich hohes Frustrationspotential. Es passiert einfach zu oft, dass sich Schafe in einer Zaunecke festhaken, dass sie in umgeworfenen Zaunteilen stecken bleiben, dass die kleinen Tiere, die normalerweise unter Zäunen hindurch rennen können, dann doch an einem Pfahl hängen bleiben, dass Hühner bei jeder Gelegenheit zu weit fliegen und ins Wasser stürzen usw. usf. Wenn ein Level schwierig ist, dann nicht, weil das Rätsel schwierig wäre, sondern weil er eine präzise Treibmethode erfordert, die das Spiel aber verunmöglicht – schliesslich steuern wir die Tiere nicht direkt, sondern machen ihnen nur Angst. Schon klar, dass die manchmal etwas in Panik geraten und unkontrolliert sind, macht inhaltlich Sinn, muss so sein. Es kommt aber einfach zu häufig vor, dass man seinen Kontroller durch die Gegend schmeissen will – das darf nicht sein.

Für zehn Franken hätte ich es trotzdem empfohlen, weil die Schafe süss sind und mir die Idee gefällt. Für 25.- erwarte ich aber ein etwas polierteres Spielerlebnis.

Nun gut, wie reisst man ein durchzogenes Spiel und damit das Review desselbigen wieder raus? Man geht an die frische Luft! Ich habe mir gedacht, wenn ich nun schon im Spiel Schafe herum scheuchen kann, dann will ich das auch mal mit echten Schafen ausprobieren. Gesagt, getan! Hier ist das Video (in HD, nicht vergessen, auf den „High Quality“-Knopf unten rechts drücken):

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