Trials HD: Uiiiiii… Auauaua. F*%&#! Hihi!

Trials HD braucht keine Geschichte, keine Figuren, keine komplexe Action. Nur ein Töff, ein paar Rampen, Ölfässer und Explosionen. Die Aufgabe: Fahre so schnell wie möglich von links nach rechts. Wenn es geht, ohne deiner Spielfigur sämtliche Knochen im Leib zu brechen. Sollte das trotzdem passieren, sieht es sehr spektakulär aus.

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Wer sich ein so simples Spielprinzip vornimmt, muss nur genau drei Dinge richtig machen:

  1. Ich darf nie das Gefühl haben, dass an dem Sturz das Spiel schuld war. Ich muss immer wissen, dass ich selber einen Fehler gemacht habe. Dafür muss die Steuerung einfach und präzise sein.
  2. Die gestellten Aufgaben, Hindernisparcours müssen abwechslungsreich sein. Ich darf nie das Gefühl haben, dass ich den schon mal gefahren bin. Auch im Level 40 muss ich noch überrascht werden.
  3. Ein Reset muss sehr schnell gehen. Es geht auf Zeit, deshalb werde ich oft schon früh einen Fehler machen und wissen, dass ich so die Bestzeit nicht mehr schlagen kann. Dann muss ich sehr schnell von vorn beginnen können. Keine Ladezeiten, keine Warterei darf mich behindern.

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Trials HD macht das alles genau richtig. Präzise Steuerung, abwechslungsreiches Level-Design, Reset auf Knopfdruck mit null Ladezeit: Check, check und check.

Die Steuerung ist maximal einfach: mit dem rechten Trigger Gas geben, mit dem linken Bremsen, und mit dem linken Stick den Körper nach vorn oder hinten neigen. Den Töff link/rechts steuern müssen wir nicht, er bewegt sich immer automatisch in einer Ebene. Gas geben braucht Gefühl, gerade bei stärker motorisierten Töffs fällt man bei Vollgas auf den Hinterkopf. Diese Töffs schaltet man mit der Zeit frei, sie unterscheiden sich in Kraft und Kontrollierbarkeit. Diese Unterschiede sind immer deutlich spürbar und verändern den Rhythmus in einem Level grundlegend. Sprünge sind plötzlich länger, was andere Landungen und evtl. eine andere Fahrweise notwendig macht. So muss das sein.

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Und Trials HD sieht dabei sehr gut aus. Obwohl wir uns immer in der gleichen Lagerhalle voller Container, Holzrampen, Fässern und Gerüsten befinden, sind die Levels abwechslungsreich beleuchtet, die Action ist mal gross, mal klein. Schwierige langsame Abschnitte über Buckelrampen oder Felsbrocken wechseln sich ab mit halsbrecherischen 100-Meter-Sprüngen, Drops und sogar Loopings. Die Strecken sind gut inszeniert mit Explosionen, die links und rechts hoch gehen, wenn man vorbeifährt oder „Aaaah!“ und „Ooohh!“ aus dem Off.

Die Kamera unterstützt die Szene subtil, indem sie unmerklich etwas zurückfährt, wenn man mehr Überblick braucht und näher hinzoomt bei langsameren Abschnitten. Trials HD ist sogar zum Zusehen spektakulär – ich hatte gestern beim Testen fast immer Publikum hier im Büro, Kollegen, die beim Vorbeigehen sofort hängenblieben und richtig mitfieberten. Das spricht für sich.

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Unser armer Fahrer muss dabei ziemlich leiden. Wenn wir einen Sprung verpassen, schlägt es den armen Kerl schlimm herum. Das ist ungemein unterhaltend. Zuschauer rufen „Aaaah!“ und wenden sich ab, lachen dann aber trotzdem. Der einfache Thrill der konsequenzfreien Schadenfreude.

Das bedeutet, dass Fehler schon beinahe belohnt werden. Man hat das Ziel zwar nicht geschafft, aber immerhin den Fahrer spektakulär zusammengestaucht. Und hat deshalb auch im Scheitern fast nie ein schlechtes Gefühl.

Allerdings, und diese leise Kritik muss erlaubt sein, steigt der Schwierigkeitsgrad der Levels manchmal sehr sprunghaft. Es gibt einzelne Stellen im Spiel, an denen ich fast verzweifelt bin und plötzlich 10, 20 Versuche gebraucht habe, um daran vorbeizukommen (an einer Stelle mit zwei Stahlbällen sogar über 200, ja im Ernst! Da ist ist man dann um den schnellen Reset sehr, sehr froh). Ich war dann jeweils nicht so sicher, ob ich die Stelle nun wirklich gelernt habe (und die vielen Fehlversuche halt notwendiges Training waren) oder ob ich einfach Glück hatte. Das sollte nicht sein; diese Momente sind aber glücklicherweise selten.

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Trials HD ist ein Download-Titel für die Xbox360. Es bietet sehr viel für wenig Geld: 1200 Punkte, also ca. CHF 25.- (Warum kosten diese Punkte bei uns eigentlich so viel, tammisiech? In den USA wären das nur rund 15 Dollar!)

Neben den normalen Levels bietet das Spiel Minigames wie Skispringen (Anlauf holen auf einer Rampe, beim Absprung den Töff explodieren lassen und schauen, wie weit der Fahrer fliegt) oder den Giant Ball (wir sind in einem Stahlkäfigball eingeschlossen und müssen versuchen, so lange wie möglich auf dem Töff sitzen zu bleiben). Und wir können sogar selber Levels bauen und mit anderen austauschen (den Level-Editor habe ich mir nicht vertieft angeschaut, der machte allerdings auf den ersten Blick einen etwas schwerfälligen Eindruck). Und natürlich gibt es Online-Leaderboards, was immer schön zuverlässig verhindert, dass uns die eigenen Erfolge zu Kopf steigen.

Wenn man mal von den Hardcore-Leaderboard-Versessenen absieht, die viel Training investieren müssen, bietet Trials HD für die meisten ein schnelles Spielchen zwischendurch. Und das tut es perfekt.
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3 Gedanken zu “Trials HD: Uiiiiii… Auauaua. F*%&#! Hihi!

  1. hammer-game! ich wills auch! wann kommts (wenn überhaupt) für die ps3?luzis stunt gestern kurz vor feierabend auf dem hinterrad mit anschliessendem backflip war genial, nur so im (!) fall…

  2. Hui, man hat uns darauf hingewiesen, dass man mit "Y" nicht nur vom Töff runterspringen (und so den Versuch mutwillig, aber spektakulär beenden) kann, sondern dass man dann im Flug nochmals "Y" drücken kann, um sich an irgendwas festzuklammern!Was leider weder Extrapunkte noch sonstige Gameplay-Auswirkungen bringt, aber oft den Absturz noch brutaler und damit hilariouser macht.

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