Schneiden, Sprengen, Rennen, Bauen: 4 x gratis, 4 x toll

Das Januarloch ist dieses Jahr aussergewöhnlich kurz. Einiges wurde aus dem Weihnachtsgeschäft in den Januar verschoben, man behauptet, wegen Modern Warfare, was wohl eher eine bequeme Ausrede für die Aktionäre ist. Trotzdem nehme ich mir diese Woche die Zeit, einige ganz tolle Gratis-Spiele hervorzukramen und hier gleich im Blumenstrauss anzupreisen. Jedes dieser vier spielt ihr im Browser, ist komplett gratis und reicht für mindestens einen Nachmittag purer Freude. Es ist für alle was dabei: Ein Rätsel mit Reagieren, ein Rätsel mit Überlegen, ein Actionspiel für einen einzelnen Finger und ein Aufbauspiel.

Fat Slice: Schneiden mit eleganter Präzision

Fatslice

Fat Slice geht so: Schneide mit einem schnellen Maus-Schnitt (Klicken & Halten, durchziehen, loslassen) einen Teil einer geometrischen Figur ab. Es wird vorgegeben, wie viel der Fläche man abschneiden muss, um den Level zu bestehen. Wie wir schneiden, ist frei, nur möglichst wenige Schnitte sollen es sein. Damit das nicht zu einfach wird, bewegen sich innerhalb der Figur weisse Bälle. Die dürfen wir beim Schneiden weder berühren, noch voneinander trennen – alle Bälle müssen immer im Rest der Fläche bleiben. Je höher der Level, desto komplexer die Figur und desto mehr Bälle schwirren herum.

Die Idee ist ungemein stark. Beim Spielen begreift man sie viel schneller, als wenn man diese Erklärung liest. Das liegt auch daran, wie elegant und maximal einfach die Idee umgesetzt wurde.

Das Spiel ist eine seltene Mischung aus überlegen und dann schnell und präzise reagieren. Man kann nicht einfach warten, bis man ein Bewegungsmuster der Bälle erkannt hat und das dann ausnutzen, weil sich die Bälle sehr unvorhersehbar bewegen. Sie prallen von den Seiten der Figur und von sich selber ab – das deterministische Chaos. Wenn man sich entschlossen hat, wo man schneidet, muss man auf die richtige Gelegenheit warten und dann die Reflexe haben, sie zu nutzen.

Und der letzte, ein bisschen versteckte Level ist eine wahre Geek-Explosion. Und sehr wohl lösbar, auch wenn ihr das bezweifeln könntet (das gleiche gilt für den Stern und die Spinne).

Fat Slice (Aaron Neugebauer)

Demolition City 2: Spreng-Puzzle

Demolition

Platziere Sprengladungen, um Bauwerke kontrolliert zu zerstören. Das müsste eigentlich reichen, um auf den Link da unten zu klicken. Sprengen! Yay!

Das ist ein physikalisches Rätsel. Wir müssen lernen, was wie fällt, abhängig davon, wo wir sprengen. Es gibt verschiedene Materialien, die den Einsatz des richtigen Sprengstoffes verlangen. Und wir dürfen nichts beschädigen – in den meisten Levels stehen Nachbarhäuser oder Statuen herum, deren Kosten wir aus dem eigenen Sack zahlen müssen, wenn sie in die Brüchegehen.

Das Spiel ist ungemein befriedigend, erstens, weil man etwas sprengt, und zweitens wenn es gelingt, ein Riesengebäude präzise zu zerlegen und jedes Teil genau dahin fällt, wo man es haben wollte. Zerstörung und Kontrolle!

Demolition City 2 (Armor Games)

Canabalt: Lola rennt in grau

Canabalt-1

Ein einfacheres Spielprinzip kann man sich nicht ausdenken: Ein Mann rennt von links nach rechts. Was wir nicht beeinflussen können. Wir können lediglich eine einzige Taste drücken, damit er im richtigen Moment springt. Und so rennt und springt er von Hausdach zu Kran, durch Fenster, über Hindernisse – immer schneller, bis uns die eigenen Reflexe im Stich lassen und er in ein Loch fällt oder an eine Mauer prallt.

Das ist ein Hollywood-Blockbuster auf das Minimum reduziert. Es ist spannend, je weiter man kommt, desto mehr Adrenalin. Und es ist ganz klassisches Game-Design: Das Spiel ist nicht zu gewinnen, weil es immer schwieriger wird, je länger man drin bleibt. Und scheitert. Und von vorn beginnt. Und auch der Erfolg wird sehr einfach gemessen: Wie viele Meter weit ist man gekommen (Perfekt, um sich mit Bürokollegen zu messen!)?

Die Häuser sind übrigens zufällig angeordnet, man kann also keine Levels auswendig lernen, sondern muss sich nur auf den schnellen Reflex verlassen. Damit hat ein gutes Resultat auch etwas mit Glück zu tun, aber nicht so viel Zufall, dass man das Gefühl hat, betrogen worden zu sein. Und der Soundtrack ist cool.

CANABALT (Adam Atomic und Danny B)

Bunni Game: Häschen baut und pflanzt und gräbt

Bunni

Ein Aufbauspiel. Unser Scheffhäschen besorgt sich Arbeiterhäschen, die dann Wald abholzen, Minen abbauen und Blumen essen. Irgendwie geht es darum, die Insel zu retten und so, das ist aber egal, weil die Häschen niedlich sind und die Strategie zunächst simpel beginnt und dann Tiefe gewinnt, so wie das sein soll. Die Benutzerführung ist intuitiv, das Steuern des Scheffhäschens ist manchmal etwas nervös, was in der Hektik nervig ist. Trotzdem: Ein recht ausgewachsenes Strategiespiel in Hello-Kitty-Optik für gratis = schön!

Bunni Game (Andre Spierings und Daniel Cook)
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14 Gedanken zu “Schneiden, Sprengen, Rennen, Bauen: 4 x gratis, 4 x toll

  1. 1. Schnitt: Oberhalb der Beine, vom "But" zum V in "Level".2. Schnitt: Kopf.3. Schnitt: Zum Arm, oberhalb "One".4. Schnitt: Dann halt noch etwas mehr rechts, was reichen sollte.Viele Bälle! Ich habe beobachtet, dass man sehr lange warten kann, dann fliegen manchmal Bälle aus dem Schwanz raus und verschwinden. Was die Sache vereinfacht. Geht aber auch ohne, braucht einfach sehr viel Geduld, auch wenn die Hände beim 3./4. Schnitt zu zittern beginnen.

  2. Wem Demolition City gefällt, hat sicher auch Spass am Pontifex-Bridge-Builder. Ist aber leider kein Browser-Spiel.

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