Haikiew: Mafia II

Mafia2

Verschneites New York:
Wer vermöbelt Arbeiter?
Das Arschloch Vito.

Das ist ein Haikiew – ein Review in der japanischen Gedichtform des Haiku. Das ausführliche Review ist hier.
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13 Gedanken zu “Haikiew: Mafia II

  1. Hallo Guido, ich kann dir da leider nicht zustimmen, ich finde das sehr gelungen und gerade weil Vito ein Arschloch ist, macht es das ganze stimmiger, ich glaub nicht, dass ein "netter" Mensch das zeug zu einem Mafiosi hat. Ausserdem war Vito im Krieg und sowas brüht ab.Ich persönlich hätte auch lieber einen "Held" mit Charisma, aber ich glaub sowas sollte man in einem Mafia spiel nicht suchen :)Gruess Benny

  2. ich bin einverstanden mit deinem urteil, was vito betrifft. es ist schade, dass man als spieler keinen einfluss darauf hat, in welcher weise vito sich entwickelt. andere games haben vorgemacht, dass sowas geht (mass effect). ansonsten gefällt mir mafia II jedoch sehr gut. schöne grafik, sehr ansprechende atmosphäre. was mir bisher nicht gelungen ist, ist das fahren der autos mit dem lenkrad (logitech G25). ich weiss nicht ob dies nicht vorgesehen ist, oder ob ich schlicht unfähig bin, entsprechende einstellungen zu finden. ich spiele das spiel auf pc.

  3. Das Game ist wirklich top umgesetzt! Super Grafik, toller Sound, perfekte Stimmung. Natürlich schiesst und prügelt Vito, wenn ich mit Wattebäuschchen werfen will kaufe ich mir was von Nintendo.Leider ist der Storymodus nach 15 Stunden schon durchgespielt. Was mir fehlt sind Nebenmissionen, Häuserkauf usw. Ein Spielgeschehen um die Story, wie bei GTA, fehlt völlig, daher ist man relativ schnell durch und nicht gewillt sich in der schön animierten Stadt noch länger zu verweilen. Der Anreiz fehlt einfach.Die Zusatzmissionen, The Betrayal of Jimmy, sind völliger Schrott. Vom atmospärischen, eleganten Mafia-Thema geht es rüber zu einem billigen, Mainstream-Auftragskiller. Mit Punktevergabe und ähnlichen Quatsch.Ich hoffe jedoch auf vernünftige Zusatzmissionen mit Vito.

  4. @Benjamin, Christoph: Schon klar, ich erwarte keinen netten Menschen als Mafioso (das geht nur in einer Komödie wie Cousin Vinny oder Analyze This).Aber ich hätte schon gern eine Figur, mit der ich mitfiebern kann; denkt an Ray Liotta in Goodfellas, bevor er ein Kokainwrack wird. Oder eben Nico Bellic in GTA. Wir mögen diese Typen, auch wenn bzw. obwohl wir wissen, dass sie Schwerverbrecher sind. Vito hingegen ist nicht nur ein Arschloch, sondern auch ein gefühlloser Roboter ohne erkennbare menschliche Regungen. Und damit wird für mich die Geschichte recht belanglos, weil es mir egal ist, was Vito treibt.Ich sage nicht, dass jede Game-Figur Facetten haben muss (der Master Chief wäre ein gutes Beispiel für das Gegenteil), aber in einem Spiel, das soviel Gewicht auf die Geschichte legt, müssen die Figuren stimmen.

  5. Zeigt nicht die Geschichte, dass Leute die im Krieg sind/waren, gezüchtet werden um Gefühlslose Roboter der Gesellschaft zu werden? Bellic ist da genau gleich, er kommt nach Amerika und will das grosse Geld machen, glaub bereits in der zweiten Mission knallt er die ersten Leute ab (kann mich auch täuschen). Die Gewahltbereitschaft von Bellic, finde ich persönlich weniger nachvollziehbar, er wurde unter falschen Tatsachen nach Amerkia gelockt. Er hätte auch die Möglichkeit gehabt, sich dort anständige Arbeit zu suchen, das ist aber nicht ziel der Story. Und genau das gleiche ist in Mafia 2, klar könnte er den ganzen Tag Kisten schleppen. Aber er hat die Wahl und entscheidet sich fürs schnelle Geld, die abgebrühtheit die er aus dem Krieg mitnimmt, tut das ihrige, er muss dafür sogar konsequenzen ziehen (kein Spoiler deswegen erwähn ich einfach), siehe die Zeit zwischen Winter und Sommer. Alles was ein wirklicher Spielcharakter braucht.

  6. Bellic ist ja auf einem Rachefeldzug; der kommt schon mit einer gehörigen Wut im Bauch nach New York. Das ist eine Motivation, die ich verstehen kann, und die mir auch erklärt wird. Warum sich Vito für die reine Geldgier entscheidet (gegen seine Familie), kommt völlig aus dem Nichts; und das, obwohl er sogar direkt zu uns spricht zu Beginn. Und dass er vom Krieg abgebrüht ist, kann ich mir schon vorstellen, das Spiel erzählt mir das aber nicht; stattdessen spiele ich ein Schiess-Tutorials. Darum nehme ich der Figur nicht ab, dass das ein schlimmes Erlebnis war: Story und Spielmechanik sind zu schizophren.

  7. Hallo Guido,Ich empfehle Dir, bei Gelegenheit mal einen Blick auf das ursprüngliche Mafia (2002) zu werfen. Dessen Hauptfigur Tommy dürfte eher Deinen Vorstellungen ensprechen: Das Spiel beginnt mit einer langen Introsequenz, in welcher der ausstiegswillige Mafioso seine Geschichte erzählt, die man dann durchspielt. Einmal lässt er eine eigentlich zu ermordende Kurtisane am Leben, dann verteidigt er seine Angebetete gegen böse Buben, und im Verlauf der Kampagne werden Tommys Zweifel am verlogenen und intriganten System, in welchem er sich befindet, immer deutlicher.Mafia II liegt bei mir rum, ich bin noch nicht dazu gekommen, es auszuprobieren. Alleine der Aufwand, der betrieben wurde, um die Atmosphäre richtig einzufangen (Gebäude, Autos, Werbung) und den Übergang von den 40er- zu den 60er-Jahren darzustellen, ist immens und verdient grossen Respekt. Auch die Charaktere sind im Begleitbuch detailliert beschrieben. Vielleicht war es einfach die Absicht von 2K, nicht einmal mehr einen "Harte-Schale-weicher-Kern"-Mafioso darzustellen, sondern eben ein richtiges Arschloch.Noch zu der 15-Stunden- bzw. offene-Welt-Kritik: Damit tut man Mafia unrecht und versteht dessen Ansatz nicht. Im Gegensatz zur GTA-Reihe, bei welcher die offene Stadt und die Zusatzmissionen seit jeher stärker gewichtet wurden als die Story, ist diese bei Mafia Hauptelement und das Spiel viel eher ein interaktiver Film (Stichwort Atmosphäre).Und zumindest bei Mafia I war das Handling der Autos klar besser als bei den vergleichbaren GTA III/Vice City; viele Spieler sind damals an der Rennfahrer-Mission schier verzeifelt.Nichtsdestotrotz bin ich auf das Spiel sehr gespannt und werde mir mein eigenes Urteil bilden, mal sehen ob es eher bei Eurogamer oder bei Escapist zu liegen kommt ;-)MfG Hüendli

  8. Ich mein ja nicht das du unrecht hast, aber ich sehs in einem andern Kontext 🙂 Ich kenne viele, die das Spiel haben und es sogar schon mehrmals durchgespielt haben. Also bis jetzt noch nie etwas negatives gehört. Vieleicht sind wir alles einfach nur Freaks die mehr wert auf die Welt legen, als auf den Hauptcharakter, aber wie schon erwähnt, mich stört es nicht im geringsten. Ist halt alles Geschmackssache =)

  9. Nur um das mal deutlich zu sagen: Mir geht es hier nie darum, wer Recht oder Unrecht hat; sondern darum, darzulegen, warum mir ein Spiel gefallen hat oder nicht. Die Gründe dafür will ich mit euch diskutieren. Mich interessiert weniger, wer was gut findet, sondern vor allem warum. Ob ihr dann ein Spiel kauft oder nicht, entscheidet ihr eh ohne mich.

  10. Mein zweitliebstes Haikiew bis jetzt (nach dem von Red Dead Redemption)! Die ganzen Japanerdichter können langsam den Hut vor Ihnen ziehen! Vor allem in dieser Kürze ist es sicher schwierig. Ich bin zwar eher sprachbegabt als mathematisch, aber hierfür braucht man auch Musikalität, das ist auch formell Kunst und virtuos. Ich staune immer mehr über die unendliche Weisheit aus dem Osten, kürzlich habe ich taoistische Übungen entdeckt, die ich allen empfehlen kann, seither sehe ich Fernost noch positiver denn je.

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