Facebook Groups: Privater und offener zugleich

Facebook hat ein neues Feature vorgestellt: Groups. Und verändert damit die Art und Weise, wie wir Facebook nutzen werden. Facebook wird privater und offener zu gleich.

Groups

Hier die Details:
Giving You More Control (Mark Zuckerberg im Facebook Blog)

Kurz zusammengefasst geht es darum:

  • Wir können Gruppen erstellen, um mit den Mitgliedern dieser Gruppe (ein Teil unserer Freunde) selektiv Informationen auszutauschen.
  • Beispiel: „Book Club“ und die Frage an die Mitglieder zu einem neuen Buch. Die Frage geht dann nicht an alle 200 Freunde, sondern eben nur an die 10 Mitglieder des Book Clubs, die das auch interessiert.
  • Gruppen können sein:
    • Open: Inhalt und Mitglieder auch für nicht Mitglieder sichtbar.
    • Closed: Nur Mitglieder von aussen sichtbar (der Default für neue Gruppen!).
    • Secret: Nicht-Mitglieder sehen weder, wer dabei ist, noch was ausgetauscht wird.
  • Mitglieder einer Gruppe sehen immer Inhalte und andere Mitglieder, auf einer vom Newsfeed getrennten Wall.
  • Group-Chat mit allen Mitgliedern der Gruppe gleichzeitig
  • Document Sharing: Ein Dokument schreiben, mit allen Mitgliedern der Gruppe zusammen.
Besonders die letzten beiden Features sind toll, weil Facebook damit Funktionen von Wave nachahmt (das ist auch TechCrunch aufgefallen), aber in einer Art und Weise, die alle bedienen können (im Gegensatz zum immens komplexen Wave). Ausserdem muss man nicht erst ein neues Netzwerk aufbauen, sondern kann sofort mit den bestehenden Facebookfreunden loslegen, ein beinahe unschlagbarer Vorteil, den auch Places und ab jetzt jedes neue Facebook-Feature ausspielen kann.

Facebook versteht schlicht und einfach soziale Netzwerke besser als alle andern. Denn man könnte eigentlich sagen: „Selektiv Infos teilen konnte ich doch schon jetzt, mit den Freundeslisten!“ Das ist natürlich richtig, aber mit zwei Einschränkungen: Niemand hat es getan – Facebook sagt, dass nur 5% der Benutzer die Listen nutzen. Die neue Lösung ist viel einfacher verständlich, wird deshalb von mehr Leuten genutzt werden, und macht Facebook deshalb insgesamt privater, weil wir in Zukunft nicht immer alles mit allen teilen werden, sondern selektiver. Und auch, weil „Closed“ die Standard-Einstellung für neue Gruppen ist.

Der grössere Unterschied zu einer Freundesliste ist aber der: Freunde wissen nicht, auf welchen Listen sie sind. Wenn ich bei mir eine Liste „Mein Supergeheimer Funclub“ erstelle, dort fünf besonders enge Freunde draufsetze und mit ihnen geheime Fotos teile, dann sehen zwar nur diese Fünf die Fotos – sie wissen aber nicht, dass nur sie die Fotos sehen. Sie wissen also nicht, dass sie im „Supergeheimen Funclub“ sind. Für sie sieht es aus, als hätte ich diese geheimen Fotos mit allen Freunden geteilt.

Das ist eigentlich total asozial. Im richtigen Leben wäre es äusserst unhöflich, jemandem nicht zu sagen, in welchen Club er oder sie ist. Und wenn man schon eine Gruppe bildet, will man auch wissen, wer denn sonst noch in dieser Gruppe ist.

Diese Aufgabe löst Facebook mit den neuen Gruppen äusserst elegant – die neue Gruppen machen deshalb das soziale Netzwerk auch transparenter und offener, weil für alle Freunde klar ist, wer was sieht. Die Optionen „Open“, „Closed“ und „Secret“ ergeben eine ganze Palette von Gruppenbildung, mit der wir jedes mögliche soziale Verhältnis abdecken können. Wir können gezielter Informationen austauschen, statt alle zu bombardieren oder gar nichts zu sagen. Und umgekehrt werden wir mehr Informationen erhalten, die uns auch tatsächlich interessieren.

Facebook demonstriert damit auch eindrücklich, dass sie ihren Kritikern immer einen Schritt voraus sind und nimmt dem Film und allenfalls daraus entstehender Bedenken den Wind aus den Segeln. Zuckerberg soll zum Film übrigens folgendes gesagt haben: „We build products that 500 million people see. If 5 million people see a movie, it doesn’t really matter that much.“ Dieses unerschütterliche Selbstbewusstsein wird durch Features wie Groups einmal mehr gerechtfertigt.
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