Wii U: Nintendo meldet sich auf der Couch zurück

Nintendo präsentiert den Nachfolger der Hit-Konsole Wii: Die neue „Wii U“ zeigt Grafik in HD an und erhält einen neuen Kontroller mit einem grossen Touchscreen. Die „Wii U“ ist nicht vor Frühling 2012 zu erwarten.

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Fotos: Nintendo

An der Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles hat Nintendo den Nachfolger der Wii präsentiert. Die Wii U macht den längst fälligen Schritt hin zur HD-Grafik. Hier konnte die Wii nicht mehr mit den Heim-Konsolen der Konkurrenz mithalten, Playstation 3 und Xbox 360. Nun ist HD-Grafik zwar für viele der 86 Millionen Wii-Kunden nicht so wichtig. Wer Wii Fit oder Wii Sports spielt, kann eigentlich gut auf HD verzichten. Doch auch Sony mit Move und und Microsoft mit Kinect führten ihrerseits Fuchtel-Systeme ein, und hatten damit Erfolg: Move 8.8 MillionenKinect über 10 Millionen, in dem Rahmen wie ich das hier prophezeit hatte. Daneben sah die Wii mit ihrer SD-Auflösung im wahrsten Sinne des Wortes alt aus. Und für die harten Nintendo-Fans ist „Zelda in HD“ ohnehin ein Satz wie Vorspiel.
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Doch HD ist nur dringend notwendige Modellpflege, wichtiger ist der neue Kontroller. Das ist eine Art Tablet, wie eine überdimensionierte portable Spielkonsole, wie ein iPad mit Knöpfen. Nintendo hat einen klassischen Game-Kontroller aufgeblasen und zwischen den Sticks und Knöpfen einen 16:9-Bildschirm eingebaut, mit knapp 16 cm Diagonale. Der Bildschirm ist ein Touchscreen, den man mit den Fingern oder einem Stylus bedienen kann. Weil der Stylus aussieht wie der einer DS (also nichtleitendes Plastik), gehe ich davon aus, dass der Bildschirm auf Druck, nicht auf Leitfähigkeit reagiert, vergleichbar mit dem Touchscreen der DS. Die Auflösung ist nicht bekannt; erste Berichte von der E3 sagen, der Bildschirm sei gut (hell, scharf), komme aber nicht ganz an den eines iPads heran. Auch noch unklar ist, ob der Screen Multi-Touch unterstützt oder nur von einem Finger aufs Mal berührt werden kann.
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Ausser dem Touchscreen bietet der neue Kontroller zwei Analog-Sticks, links und rechts vom Bildschirm, das alte Nintendo-Steuerkreuz links und vier Knöpfe rechts. Dazu gibt es vier Schulter-Knöpfe, also die altbekannte Knopf-Belegung eines herkömmlichen Game-Kontrollers. Doch dieser Kontroller bietet mehr: Eine Kamera, ein Mikrofon, Lautsprecher und ein Kopfhörer-Ausgang sind eingebaut, ebenso ein Bewegungs-Sensor. Und dazu gibt es noch einen „Sensor Strip“, über den noch nichts bekannt ist (evtl. der schwarze Balken oben, ähnlich wie ein Ribbon-Controller?).
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Der Kontroller sei auch nicht so schwer, wie man erwarten würde, eine offizielle Gewichtsangabe gibt es allerdings noch nicht. Mit 26.6 x 17.2 x 4.5 cm ist der Kontroller etwa gleich gross wie ein iPad, aber deutlich dicker und mit kleinerem Bildschirm. Man kann ihn aufladen, muss also nicht normale Batterien einsetzen wie bei der Wii-Fernbedienung.

Dazu sind alle bisherigen Kontroller für die alte Wii auch mit der neuen Wii U kompatibel. Die Wii-Fernbedienungen, mit oder ohne Wii Plus, oder das Wii-Fit-Brett können alle auch mit der neuen Wii U benutzt werden. Auch an die Wii konnte man schon Gamecube-Kontroller anschliessen, dennoch ist es alles andere als selbstverständlich, dass eine neue Konsolen-Generation die alten Kontroller unterstützt. Das wird gerade bei Familien sehr gut ankommen.
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Dieser neue Kontroller ergänzt also die bestehenden Möglichkeiten, mit der Wii zu spielen, er ersetzt die gewohnte Fernbedienung nicht. Wir haben neu einen kleinen Bildschirm in der Hand, mit Kamera, zusätzlich zum Grossen an der Wand. Und die spielerischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, finde ich schlicht begeisternd.

Bei einem grossen Titel wie Zelda könnte man den zusätzlichen Bildschirm z.B. für die Anzeige einer Karte benutzen; eine Funktion, die ich schon bei „Zelda: Phantom Hourglass“ auf der DS geliebt habe, weil man sich dann per Stylus auch grad noch Notizen auf die Karte machen kann. Das Beispiel macht besonders Sinn, weil es so perfekt passt: Die Karte hätten wir ja auch sonst in der Hand, während die Welt vorne auf dem Bildschirm bleibt. Nicht nur die Karte, auch den Inhalt des „Rucksacks“ könnte man dort darstellen, die ganzen Gegenstände, die man mit sich herumträgt.
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Diese Art von Ideen ist schon im Gespräch, seit es portable Spielkonsolen gibt, bei der Playstation Portable oder der DS wurde immer wieder mal versprochen, dass es Spiele geben solle, die den grossen und kleinen Bildschirm kombinieren. Das ist bis jetzt immer daran gescheitert, dass es kompliziert war, die beiden Konsolen zu verbinden (braucht man z.B. das Spiel auch doppelt, für die kleine und die grosse Konsole?). Das ist jetzt gelöst, und Nintendo wird mit dem angekündigten Zelda HD bestimmt vorführen, was man damit anstellen kann. Und es ist ein Spielerlebnis, das derzeit kein Konkurrent bieten kann.

Ein weiteres Beispiel, das vorgeführt wurde, verbindet den Bildschirm mit dem Bewegungssensor: Man hält den Kontroller hoch, vor den grossen Bildschirm, und der kleine auf dem Kontroller zeigt einen vergrösserten Ausschnitt des Gesamtbildes an, als wäre der Kontroller eine Lupe; etwa, um auf Dinge zu zielen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Kontroller als Lenkrad für ein Rennspiel zu benutz
en – und die Anzeigen des Cockpits, wie Tacho oder Reifenzustand direkt am „Lenkrad“ anzuzeigen.
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Ein weiteres Szenario ist eines, das wir wohl alle kennen: Ich sitze vor dem TV und spiele Super Mario Bros. Jemand kommt dazu und möchte lieber Fernsehen. Mit der Wii U kann ich den Fernseher einfach umschalten und direkt auf dem Kontroller weiterspielen, wie auf einer portablen Konsole. Man muss also nicht diskutieren, wer den grossen TV benutzen darf; man muss auch nicht den Raum verlassen und auf einen anderen Bildschirm ausweichen. Stattdessen können beide nebeneinander auf dem Sofa sitzenbleiben, jemand schaut fern, jemand spielt. Klar macht man nicht das gleiche, aber man macht es trotzdem zusammen, auf dem gleichen Sofa.
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Und schliesslich ermöglicht die Wii U auch neue Varianten des kooperativen Spielens. Es wird Spiele geben, in denen der Spieler mit dem Bildschirm-Kontroller in den Händen eine ganz andere Funktion übernimmt, als die mit den herkömmlichen Wii-Fernbedienungen. Zum Beispiel könnte jemand per Fuchteln das Kämpfen übernehmen, die andere Person mit einer Karte so etwas wie Navigator oder Gegenstände-Verwalter oder Strategie-Planer sein. Ich bin ein grosser Freund von Kooperations-Spielen, und seit einer Weile kommen immer mehr Spiele, die mehrere Personen nicht einfach alle das gleiche machen lassen, sondern unterschiedliche Rollen verteilen (ein Aspekt, der mir z.B. in Super Mario Galaxy 2 sehr gut gefallen hat).

Auch hier senkt die Wii U in alter Nintendo-Manier die Eintrittsschwelle. Wenn man ein herkömmliches Koop-Spiel einlegt, müssen mindestens zwei Personen gleichzeitig Lust auf die gleiche Spielweise haben; wenn man zu zweit Gears of War spielen will, müssen beide Lust auf Action und Schiessen haben. Wenn aber die Rollen unterschiedlich sind, einigt man sich leichter auf ein Spiel, weil es da immer noch unterschiedliche Rollen zu übernehmen gibt. Wer gerade Lust auf Fuchteln hat, packt die Wii-Fernbedienung; und wer lieber etwas zurücklehnen möchte, würde die Kartenleser-Funktion übernehmen. Beide sind zufrieden, und spielen trotzdem zusammen. Und das Spielerlebnis wird abwechslungsreicher, weil man die Rolle ja auch wechseln kann.
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Mit der Wii U antwortet Nintendo eindrücklich auf die Herausforderungen, die sie von allen Seiten her bedrängten. Bei den Konsolen war man zwar unangefochtener Marktleader, weil die Wii einschlug wie eine Bombe. Doch seit rund einem Jahr ist die Luft draussen, und das hat u.a. damit zu tun, dass man mit der Wii die Core-Gamer vernachlässigt hatte. Die neue Wii U in HD wird zwar möglicherweise nicht in erster Linie von Modern Warfare oder FIFA leben, aber es werden Spiele möglich, die Vielspieler anziehen finden werden.

Auf der anderen Seite geriet Nintendo sowohl mit der Wii als auch der DS durch die iOS-Plattform unter Druck. Denn das iPhone ersetzt die DS unterwegs, und das iPad tut das zu Hause ein Stück weit für die Wii und die DS (die auch viel auf dem Sofa gespielt wird). Nun bringt Nintendo eine Konsole, die auch das Bedürfnis des kleinen Spiels zwischendurch mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm erfüllen kann.

Bei der 3DS bin ich nach wie vor sehr skeptisch, dass Nintendo damit die Dominanz beim Spielen unterwegs erhalten kann – hier ist das iPhone mit den billigen Spielen und der digitalen Distribution schlicht haushoch überlegen. Die 3DS überlebt am ehesten im Kinderzimmer. Doch auf der Couch zu Hause hat Nintendo mit der Wii U nun wieder ein ganz heisses Eisen im Feuer – und zwar sowohl gegen die anderen Konsolen als auch gegen das iPad. Vor Playstation Move musste sich Nintendo noch nie wirklich fürchten. Xbox Kinect konnte zwar einen Überraschungserfolg landen, der wohl vor allem mit dem „Whoa, Future!“-Effekt der Technologie zu erklären ist. Doch nun hat Microsoft ein klares Ablaufdatum vor Augen – kein Wunder setzten sie an der E3 fast ausschliesslich auf Kinect. Die wissen genau, dass sie ihren kurzen Vorsprung ausnutzen müssen. Ob die Wii U nächstes Jahr die gleichen Höhen erklimmen kann wie die Wii, ist natürlich noch offen, das hängt wie immer von den verfügbaren Spielen ab. Doch Nintendo ist zurück im Rennen.

Die Nintendo Wii U kommt frühestens im Frühling 2012. Mehr Details gibt es hier bei Nintendo.
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8 Gedanken zu “Wii U: Nintendo meldet sich auf der Couch zurück

  1. Meine Fresse!Nintendo hat es wieder geschafft! Weg vom Fuchtelquatsch, den jetzt die andern nachmachen und etwas neues auf den Markt. Die Konferenz von Microsoft war sowas von peinlich. Der Hampelmann der bei dem Shooter mit der Zughupe gezoomt hat und mit dem Handaufschlag geschossen hat oder dem Pferd die Sporen gab. Fremdschämen wie bei X-Diaries. Das rumschw/fuchteln hat ein Ende. Es war lustig, aber in jedem von uns wars auch peinlich. Einen Shooter wirklich so zu spielen wird sich nicht duchsetzen und nicht umsonst wurden die Kinder früher welche mit dem Pad mitschwangen gemobbt. Gamen ist immer noch cool, was für Nerds, Fans, und nicht für Papi und Sohn die zusammen als Feen fliegende Mickey Mäuse einsammeln. Ich freue mich schon allen Leuten zu begegnen die den Fuchtel- Waggleqautsch als die Zukunft des Gamgins verteidigt hatten: IN YOUR FACE!

  2. Haha, Harry hat einen Nerdgasm! Ich würde jetzt allerdings nicht sagen, dass das Fuchteln vorbei ist, definitiv nicht. Es sind einfach andere Leute, die fuchteln, als die, die rumschiessen wollen. Und Nintendo hat sehr viel Entwicklungsarbeit geleistet und Nicht-Spieler an Bord geholt, sie werden sich hüten, die zu vergraulen.Sie erkennen aber an, dass sie die Core-Gamer vernachlässigt haben. <a href="http://www.eurogamer.net/articles/2011-06-08-miyamoto-wii-created-core-casual-split">Iwata sagt z.B. Eurogamer</a>: "<em>I’m sure everyone would agree that we tried really hard to go wider. But even though we worked aggressively to go deeper in certain areas, the general public’s impression that Nintendo was casual grew as time went by.</em>"Jetzt wollen sie also wieder "deeper" werden, bestimmt aber, ohne dabei "wide" zu verlieren. Das ist glaubwürdig, auch wenn die E3 traditionell ein Anlass ist, an dem man genau den Geeks Honig ums Maul schmiert und sagt, was sie hören wollen.

  3. Und zu den Preisen hat sich Iwata auch gerade geäussert, <a href="http://kotaku.com/5809840/nintendo-talks-wii-u-pricing">via Kotaku</a>: "<em>I don’t think we can charge the same price as we currently do for the Wii. […] I don’t think the Wii is going anywhere anytime soon.</em>" Man wird also wohl die Wii ohne U noch eine Weile weiterverkaufen, und die Wii U daneben, als etwas teurere Variante. Wie mit der DS lite und der DSi auch schon.Kotaku erinnert daran, dass die Original-Wii beim Start in Japan 25’000 Yen gekostet hat, die neue 3DS gleich viel. Der Startpreis der Wii U wird deshalb wohl über 25’000 Yen liegen. Und wir in der Schweiz dürfen wohl eh wieder kräftig drauflegen (die Wii hat bei Launch glaubs 400.- gekostet, wenn ich mich recht erinnere), es ist also ein Preis zw. 400.- und 500.- zu erwarten. In Euroland wird er wohl zw. 200.- und 300.- Euro liegen.

  4. Zwei interessante Beobachtungen auch im <a href="http://www.eurogamer.net/articles/2011-06-08-eurogamer-net-e3-podcast-day-2-blog-entry">Eurogamer E3 Podcast</a>:An der E3 sei die Wii U eher zurückhalten aufgenommen worden, viel Verwirrung habe geherrscht. Und das sei exakt gleich gewesen bei der DS damals. Auch da haben sich viele gefragt, was das mit den zwei Bildschirmen und dem Touchscreen soll und wie man dafür Spiele machen soll. Und das hat ja ganz gut funktioniert; also ein positives Zeichen.Ausserdem hat die Wii U wohl gerade die aktuelle Konsolen-Generation verlängert: Weil die nicht mächtiger ist als die Xbox360 und die Playstation 3, sind Microsoft und Sony nun nicht gezwungen, sich mit der nächsten Generation zu beeilen. Sondern werden im Gegenteil versuchen, die aktuelle so lange wie möglich herauszuzögern.

  5. Du hast natürlich Recht, das waggeln wird nicht aufhören, da war ich ein bisschen zu subjektiv 🙂 aber…kluger Zug, dass die Wii weiterhin parallel geführt wird. Nachdem mich die 3DS enttäuscht und ich die PS3 der Wii vorgezogen habe, kann ich endlich nach JAHREN! wieder Zelda, new Super Mario Brothers, Mario Galaxy, Donkey Kong, Metroid (nach-)spielen. Ich war so verzweifelt, dass ich sogar Dolphin auf dem Rechern installiert habe, aber das Feeling ist nicht dasselbe (Nintendo bzw. Konsolen funktioniert besser, wenn man auf der Couch rumpimmelt) und ständig 100 Parts an Roms runterzuladen ist mir zu mühsam und schadet der Industrie (ja meine ich ernst). Wenn die Wii-U die gleichen Spiele bekommt wie die Konkurrenzkonsolen, dann könnte ich mir sogar ein Tag 1 Kauf vorstellen. Darksiders 2 sei dank. Metroid-Other M liegt bei mir auch noch rum, obwohl ich keine Wii habe. Dachte ich könne das mit dem Dolphin spielen m(Ansosnten fand ich die E3 nicht gerade prickelnd, viel 3D Gedöns von Sony. Die Ico Games werden ja in gewissen Foren hochgelobt, gerade vergöttert. Mal sehen was das genau ist. Ohne die Wii-U wäre kein "läck bobby" Erlebnis gewesen. Bin schon wiederganz gespannt was die Blizzcon in Sachen HOTS bringt und ob es noch vor der Wii-U zu haben ist.

  6. Was mir nach wie vor Rätsel aufgibt, ist die Online-Strategie von Nintendo. Bei der 3DS geht ja jetzt dann bald der eShop auf, und mit WiFi und SD-Karten hat man ein Gerät, das für Digitale Distribution zumindest theoretisch geeignet wäre (aber im Vergleich zur Playstation Vita mit 3G natürlich bereits eingeschränkt ist).Doch was ich bis jetzt über den eShop gehört habe, wird man dort nicht sehr viel erwarten können, halt das übliche, also Retro, alte Nintendo-Games. Die Vertretung in der Schweiz hat bei 3DS-Launch auch ausdrücklich gesagt, man setze auf Retail, nicht Download, Nintendo wolle in den Läden präsent sein. Klar sagt man das an einem Anlass mit vielen Händlern; aber wenn man die bisherigen Online-Angebote von Nintendo sieht, muss man diese Haltung für voll nehmen.Und das ist etwas, was Nintendo eigentlich Sorgen bereiten müsste. Die Welt bewegt sich weg von Retail. Steam, PSN, Xbox Live. iPhone, iPad. Playstation Vita. Alle fördern aktiv Digital Distribution. Wenn Nintendo sich hier gegen den Lauf der Zeit wendet, wird das irgendwann weh tun.Die Wii U wäre eigentlich die Gelegenheit, das endlich auf die Reihe zu kriegen. Man hat ja noch Zeit; und man will iPad, PS3 und Xbox360 angreifen, die allesamt eine erstklassige Download-Infrastruktur haben. Und gerade das spezielle Interface wäre ja für kreative kleine Indies sehr attraktiv, dann muss aber das Developer-Kit und die Lizenzstruktur einfach und billig sein.Die Hardware der Wii U ist attraktiv. Ich befürchte aber, dass die alte Dame Nintendo den Download-Zug verpennt. Bisher hat das Sinn gemacht, weil Nintendo in erster Linie Hardware für ihre eigenen Spiel baut und damit sehr erfolgreich ist. Doch die Zukunft kommt, und Nintendo kann nicht so lange warten, bis im letzten Laden im letzten Gestell nur noch Nintendo-Spiele stehen.

  7. Ich lese und höre mehrheitlich Reaktionen von Game-Schurni-Kollegen, die etwas verwirrt sind von der Wii U und die Playstation Vita dagegen toll finden. Die Vita sei "eine Playstation für unterwegs", und wegen ihrer Power könne sie sich gut absetzen vom iPhone und der DS. Das ist zwar wahr, aber es verwundert mich etwas, dass man jetzt wieder der Illusion verfällt, die Leute wollten das. Die PSP trat unter der exakt gleichen Prämisse an und versagte. Die Leute wollen unterwegs nicht genau das gleiche wie zu Hause. Das Resultat dieser Strategie war eine ganze Reihe von Spielen, die schlicht für den Einsatz unterwegs nicht geeignet waren, weil sie im wesentlichen PS2-Ports waren (GTA, Fifa etc). Ich habe PSP-GTA immer auf der Couch gespielt; und das ist völlig sinnlos. Die DS war erfolgreich, weil sie viel konsequenter gefragt hat, was die Leute unterwegs, weg vom TV, eigentlich spielen wollen.Und bezgl. Wii U höre ich den Vorwurf, dass das Launch-Lineup wohl wieder ziemlich mager ausfallen wird, wenn sie die schon im Frühling starten (wie das bei der 3DS auch war). Da kann ich nur entgegnen: Frühling/Sommer ist perfekt, denn nur Core-Gamer interessieren sich für Launch-Lineups und würden mehrere Spiele kaufen wollen. Die allermeisten Wii-Käufer spielen jetzt noch Wii Sports und das war schon dabei. Launch-Lineup ist für Nintendo irrelevant. Denn es geht darum, die Konsole in die Läden und die Medien zu bringen und langsam aufzubauen in den Köpfen der Kunden – rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft. Das wird bei der 3DS so sein und auch bei der Wii U: Erst nach Weihnachten kann man wirklich sagen, ob sie laufen oder nicht. Und nach einem halben Jahr auf dem Markt sind dann rechtzeitig auf Weihnachten meistens auch die guten Spiele bereit.

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