Batman, Arkham City und die Frauen

Eine Stadt wird zum Irrenhaus: In «Batman: Arkham City» wandelt der wahnsinnige Hugo Strange einen ganzen Stadtteil in ein Privat-Gefängnis um, steckt sämtliche Psychopathen und Schwerverbrecher hinein und lässt sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Batman versucht inmitten der Anarchie den Geheimplan «Protocol 10» aufzudecken.

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In dieser Geschichte bekämpfen wir mit unserem dunklen Ritter nicht nur unzählige Schergen, sondern die meisten der Bösewichte aus den DC-Comics. Der Joker ist drin, ebenso Two Face, der Riddler, Penguin, Mr. Freeze, Solomon Grundy, Victor Zsasz usw. usf. Auf einer rein mechanischen Ebene ist diese Parade der Schauerlichen toll gelungen. Die Kämpfe – Batman allein gegen ganze Horden – sind im besten Fall spekakulär. Und eigentlich sehr simpel zu steuern, denn abgesehen von Spezialfähigkeiten gibt es nur zwei Knöpfe zu drücken, einen für «Angriff» und einen für «Konter». Wichtig ist nur, diese im richtigen Moment zu drücken, den richtigen Rhythmus zu finden. Wenn das gelingt, zaubert Batman tolle Kampfchoreografien hin. 

Mit Gegnern, die nur mit Fäusten oder Schlagstöcken bewaffnet sind, wird Batman meist mit Faustschlägen und Tritten fertig. Doch sobald Gegner mit Pistolen oder Gewehren ausgerüstet sind, kann Batman nicht mehr einfach in einen Raum springen und alle K.O. schlagen. Denn Batman ist auch nur ein Mensch, ein sehr gut ausgerüsteter zwar, aber nicht unsterblich. In solchen Fällen wird Batman zum Schleicher: Wir lassen ihn lautlos von der Decke hängen oder um die Ecken schleichen, um unbemerkt eine nach der anderen Wache zu betäuben.

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Das Tempo des Spiels ist also meist nicht atemlose Non-Stop-Action, sondern öfter Warten, Schleichen, Verstecken, Beweise sammeln. Dabei wechseln wir oft in den «Detective Mode»: Die normale Ansicht des Spiels wird zur blauen Halb-Röntgen-Sicht. Wichtige Spielelemente wie Gegner, Schalter, dünne und damit zerstörbare Wände oder Türen sind orange eingefärbt. Das ist zwar hilfreich, aber eigentlich ist es schade, dass diese Ansicht nötig ist. Denn dieses Arkham City ist wunderschön düster, das grauschwarze Chaos wird mit knalligen Farben aufgelockert. Da haben sich offensichtlich unzählige Zeichner abgerackert. Und dann zwingt uns das Spiel dazu, diese tolle Welt stattdessen immer wieder in den blauen Monochrom-Modus zu schalten. Ich frage mich, ob man das nicht auch anders hätte lösen können.

Wir betrachten das Spiel aus einer Position hinter der Schulter von Batman. Weil die Hauptfigur in einem Batman-Spiel natürlich wichtig ist, ist er ziemlich gross dargestellt, nimmt viel Raum auf dem Bildschirm ein. Das ist zwar schön anzusehen, aber ich habe mich oft dabei ertappt, die Kamera nach links und rechts zu schwenken, weil ich an Batman vorbei auf den Raum und die Herausforderung sehen wollte. 

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Doch wirklich ins Gewicht fielen diese Problemchen nicht. Kämpfen, durch Arkham City gleiten, Hinweise suchen, schleichen – die Grundmechanik ist solide und unterhält. Trotzdem wurde ich nicht recht warm, und ich habe mich lange gefragt, woran das wohl liegt. Denn etwas spieltechnisches gibt es kaum auszusetzen (beim Vorgänger (Batman Arkham Asylum) ging es mir schon ähnlich).

Ein erster Schlüssel (oder eine Riddler-Trophäe?) ist die etwas schizophrene Spielanlage. Das Spiel will einerseits eine Geschichte erzählen, andererseits aber auch eine «Sandbox» sein. Also ein Spiel, das uns überlässt, was wir als nächstes tun wollen. Die Hauptgeschichte weiter verfolgen? Einen Nebenstrang vertiefen? In der Stadt verstreute Trophäen suchen? Ziellos umherziehen und den Anblick geniessen? Können wir alles tun.

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Doch hier wirkt das seltsam: Batman ist der Einzige, der die Stadt vor ihrem Untergang bewahren kann. Das Leben der Menschen hängt von ihm ab. Batman ist sich dieser selbstgewählten Verantwortung bewusst, sie lastet schwer auf seinen Schultern. Dass dieser Mensch plötzlich eine Pause einlegen und fröhlich ziellos in der Stadt herumstöbern würde, ist völlig unplausibel. Denn Batman hat eine andere Stellung als zum Beispiel Nico Bellic in GTA IV. Liberty City hat nicht auf Nico gewartet und existiert auch ohne ihn. Im Gegenteil, er muss sich seinen Platz erkämpfen. Unter diesen Voraussetzungen macht es durchaus Sinn, dass Nico ganz verschiedene Handlungsoptionen hat und die Hauptgeschichte auch einmal etwas hinauszögern kann. Batman hingegen steht unter einem ganz anderen Druck.

Ich finde sogar, dass man das zu einer allgemein gültigen Regel erheben könnte:  Wenn eine Figur im Zentrum der Welt steht, wenn die Welt ohne diese Figur buchstäblich zugrunde gehen würde, dann ist diese Geschichte für eine Sandbox nicht geeignet. 

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Doch dieses Design-Problem allein erklärt meine fehlende Begeisterung noch nicht. Der zweite Schlüssel ist, was mir Batman als Figur bedeutet. Den halte ich nämlich für den mit Abstand spannendsten Superhelden. Denn er ist zerbrechlich, in einer düsteren Welt ohne Hoffnung, in der alle entweder korrupt oder völlig durchgeknallte Psychopathen sind. Batman ist nicht übermenschlich wie Spider- oder Superman, sondern einfach mit sehr viel Geld und darum hoch entwickelter Technologie ausgestattet. Ein Super-Reicher, der sich die Verantwortung für das Wohl der Menschen selber aufgeladen hat – oder sie heimlich an sich gerissen hat. Denn es ist ja nicht der Milliardär Bruce Wayne, der in aller Offenheit diese Sonderstellung für sich reklamiert, sondern eine geheime Kunstfigur, ein illegaler Rächer.

Darf ein einzelner Mensch eine so ganz und gar undemokratische Stellung einnehmen? Ist
Batman ein Repräsentant des 1%, der Superreichen, die machen, was sie wollen? Und gerade Penguin bzw. Oswald Cobblepot wäre mit seinem breiten Cockney-Akzent und seinen klassenkämpferischen Aussagen ein sehr zeitgemässer Antagonist gewesen.

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Doch all diese komplexe Fragen werden in dieser Geschichte nicht ausgelotet. Und das hat mir gefehlt.Das hat wohl mehr mit meiner Erwartung als mit der Absicht der Macher zu tun. Ich hätte mich gerne mit den komplexen Figuren der Comics auseinandergesetzt. Stattdessen ist «Batman: Arkham City» wie ein Bub, der in der in der linken Hand eine Plastik-Action-Figur von Batman hält, in der rechten eine vom Joker und dann die beiden Figuren gegeneinander haut und dazu Kampfgeräusche macht. Wer genau das von einem Batman-Spiel will, eine Art Bösewicht-Pokémon, «Bekämpfe sie alle!», der bekommt es in «Batman: Arkham City» auf angemessen spektakuläre Weise. Aber ich hätte gerne ein anderes Erlebnis gehabt.

Dass die Vielschichtigkeit der Figuren aus den Comics nicht ins Spiel gefunden hat, ist wohl auch ein Grund dafür, dass um «Batman: Arkham City» eine heftige Diskussion um Sexismus aufflammte.

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Der Vorwurf: Die Darstellung der Frauen im Spiel, Harley Quinn, Poison Ivy, und insbesondere Catwoman, sei zutiefst sexistisch. Der Vorwurf schmerzt um so mehr, da er ursprünglich von einem Filmkritiker kommt, der ein Blog in der Figur des Hulk schreibt («FILM CRIT HULK! HULK BLOG!»). Also durchaus von jemandem, der tief in Comics, Filmen und Games verankert ist und nicht etwa den Dünkel der Hochkultur vor sich herträgt. In einer eloquenten Anklagerede («GODDAMMIT VIDEO GAMES: THE FIRST FEW HOURS OF ARKHAM CITY IS LOTS OF FUN, BUT SUPER-DUPER SEXIST») führt «Hulk» aus, warum er sich besonders an der Darstellung von Catwoman stört. Und es geht im Kern eben genau um die fehlende Komplexität.

Denn in den Comics wäre Catwoman durchaus eine vielschichtige Figur, und für ihr hypersexualisiertes Auftreten gäbe es Gründe. Ihre Geschichte (so wie sie seit Mitte 90er erzählt wird) ist die von Prostitution aus Geldnot, Missbrauch und moderner Sklaverei. Von all dem ist im Spiel nichts zu sehen.

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Wir steuern stattdessen eine Catwoman, die gerade so gut Sexwoman heissen könnte. Nicht nur ihr Kostüm ist knapp, jede einzelne Äusserung, jede Bewegung ist sexualisiert. Es gibt keinen Grund, warum das so ist, nicht einen Versuch, es zu erklären, keinerlei Kontext. Also ein pures Sexobjekt, und damit ein Paradebeispiel für eine sexistische Darstellung. 

Noch sprechender als diese Feststellung war die Reaktion auf den Vorwurf (Filmkritiker «Hulk» beschreibt sie hier ausführlich in einer zweiten Rede: «HULK VS. ARKHAM CITY – ROUND 2: BITCHES BE TRIPPIN’!»). Denn immer, wenn jemand findet: «Hm, das ist jetzt aber echt sexistisch!» kommen die gleichen Argumente:

«Das ist halt so in dieser Fantasiewelt voller Psychopaten», «Zensur!», «Prüde!», «Das Zielpublikum will das!», «Sie kämpft ja gegen Männer, ist also Feministin!», «Games und/oder die Welt sind halt so!».

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Keines dieser Argumente hält Stand, «Hulk» entkräftet sie schwungvoll, das kann ich mir darum sparen. Und es mag auch etwas unfair sein, dieses Thema diesem einen Spiel anzuhängen, denn es ist beileibe nicht das einzige, das diesbezüglich sündigt (ich sage nur «Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball» mit seinem Kern-Feauture «Independent Breast Physics»). Und ich würde nicht einmal sagen, dass Games als Ganzes sexistischer sind als andere Bereiche der Popkultur, siehe z.B. Rihanna, ein Pop-Produkt, das wesentlich über Sex vermarktet wird.

Doch dass es diese Diskussion gibt, und dass sie auch über Games geführt wird, ist toll. Und die seltsamen Argumente, die zur Verteidigung auch des plumpsten, offensichtlichsten Sexismus ins Feld geführt werden, zeigen, wie nötig diese Diskussion offenbar noch immer ist.

Denn wer schwierige Themen anpackt, muss sie sich verdienen. Der muss eine Geschichte erzählen, die Kontext bietet, die Facetten und Abstufungen zulässt. Und davon hatte es mir in «Batman: Arkham City» schlicht zu wenig.

Batman: Arkham City ist für Xbox 360, Playstation 3 und PC. Es ist ab 16. Das Haikiew ist hier.
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6 Gedanken zu “Batman, Arkham City und die Frauen

  1. Deine Kritik ist sicher richtig. Wirklich vielschichtige Charaktere gibt es doch schlussendlich erst seid dem Film The Dark Knight. Solche Spiele werden doch ehender für die Masse gemacht und nicht für ComicLeser.Höre immer gerne Deine Spielekritik. Sehr interessant.Gruss

  2. Ich finde die Kritik nicht grundsätzlich schlecht oder falsch. Aber in einem Spiel an dem ich im Gegensatz zu vielen aktuellen sogenannten Blockbustern locker 20 Stunden an der Story spielen kann wäre dies wahrscheinlich fast zu viel des Guten. Und… die Infos sind da. Nur muss man sie suchen, resp. lesen. Ich finde das so eigentlich gut gelöst. Diejenigen die sich dafür interessieren können das tun. Und die anderen lassen’s einfach. Mir persönlich hat Batman: Arkham City noch besser gefallen als Arkham Asylum. Und das fand ich schon klasse…Gruss

  3. Gute Kritik. Ich bin ein Absoluter Batman Fan. Schon seit klein auf. Ich weiss beinahe alles über diese Figur. Das Spiel finde ich übertrifft den Vorgeher «Batman Arkham Asylum».Was deinen Kritikpunkt bezüglich der nicht ausführlich beschriebenen Charakter-vorgeschichten angeht kann ich dit nur teilweise zustimmen. Weil zu jedem Charakter gibt es im «WayneTech» Menu eine, wie man so will, Ausführliche Beschreibungen der Vorgeschichte und der Charaktereckpunkten und Grösse, Gewicht ect. Ich vermute diese Funktion wurde für die Comicleser oder die Neugierigen Gamer installiert. Du kannst nicht erwarten, dass man von allen Charakteren die Vorgeschichte so genau beschreibt wie in den Comics den von diesen gibt es ja Tausende Exemplare. Und ich glaube kaum dass diese Gamer die einfach mal als Batman drauflos prügeln wollen stunden lange Videosequenzen über die Vorgeschichten sehen wollen. Ich glaube die Entwickler mussten hier allen irgendwie gerecht werden. Wenn man nur einen Gegner ins Rennen schicken würde, wäre das sicher vielen Gamer zu langweilig. Deinen Vergleich mit den Actionfiguren eines Jungen finde ich witzig aber nicht unbedingt zutreffend und einwenig übertrieben.Zu Catwomans Auftritt, ich finde den Absolut i.o. denn wie du schon erwähnt hasst hat sie eine Vorgeschichte mit prostitution etc.( was einiges erklärt) und wenn man einige Musikvideos von Lady gaga oder wie diese Popdiven auch heissen, betrachtet steht Catwoman, relativ normal da. Hier hätte man schon über einen Nennenswerteren Punkt noch diskutieren können, wie z.B den Auftritt und Spielbaren Charakter Nightwing oder Robin.Ansonsten super! Mir gefallen deine Kritiken 🙂

  4. Erstmal merci!Dass man Hintergründe nachlesen kann, ist so, und dass das optional ist und darum gut, finde ich einerseits ein gutes Argument. Andererseits: Das sind ja wirklich nur ein paar Sätze, im Wesentlichen eine kurze Origin-Story pro Charakter. Und das ist schon nicht das, was ich meine mit «mehr Komplexität». Mehr zu lesen ist nicht gleich mehr Tiefe; mehr Tiefe sind komplexere Motivationen, Widersprüche zwischen Handeln und Denken, solche Dinge. Das kann man auch mit wenig Text rüberbringen und es hätte die Geschichte nicht verlängert, aber verbessert.Insbesondere bei Catwoman. Denn ihre Vorgeschichte ist nirgends im Spiel. Entweder setzen die also voraus, dass alle sämtliche Catwoman-Comics gelesen haben. Oder – und das unterstelle ich ihnen – es ging ihnen eben genau nicht darum, Catwoman komplex darzustellen. Sondern sie wollten sie nur im Spiel haben als genau das Sexobjekt, dass die jungen Männer dazu bringt, diesen Code zu wollen, der ganz elegant den Occasion-Handel unterbindet, und dafür reicht es eben, wenn man einen knackigen Hintern modelliert.

  5. "Wirklich vielschichtige Charaktere gibt es doch schlussendlich erst seid dem Film The Dark Knight."Das halte ich ja für eine sehr gewagte These. Bei Comics generell und auch bei Batman im Speziellen gibt es schon seid Jahrzehnten vielschichte Figuren in guten Geschichten und platte Typen in So-lal-al-Geschichten (welches durchaus die selben Charaktere sein können). und wie in jedem anderen Medium auch, gibt es noch einen Haufen schlechte Geschichten. Batman wird ja nun nicht von einem Autor geschrieben. Man muss halt suchen und auswählen.

  6. Ich fand deinen Blogeintrag lesenswert und interessant, allerdings fühl ich mich dennoch gezwungen, Widerspruch einzulegen. Ich möchte auch vorab warnen: Der folgende Text enthält einige Spoiler, wer das Spiel noch nicht gespielt hat und sich von der Story überraschen lassen will, sollte ihn auf keinen Fall lesen.Ganz kurz zum fehlenden Tiefgang: Das Spiel ist von und für Batman-Fans. Batman-Fans kennen den Tiefgang. Batman-Fans wissen, wer diese "Nora" ist, nach der Mr. Freeze verlangt, sie wissen wer die "Alice" ist, von der Mad Hatter spricht und warum Two-Face aussieht, wie er eben aussieht. Und vor allem wissen sie, woher Catwoman kommt. Und wer die tiefen Ausschnitte und den deutlich übertriebenen Vorbau von Selina Kyle in "The Long Halloween" / "Dark Victory" mal gesehen hat, wird mir zustimmen müssen, dass diese Darstellung auf den ersten Blick nicht weniger plump ist. Das Ding ist, Batman-Fans wissen den ganzen Kram und müssen es nicht nochmal vorgekaut haben, das wirkt als Spieler nämlich ermüdend, wenn man das Gefühl bekommt, die Geschichte jeder einzelnen Figur angerissen zu bekommen, obwohl man sie eh schon kennt und sie theoretisch genug für ein eigenes Spiel hergeben würde, wenn man sie schon unbedingt erzählen will. Aber "Arkham Asylum" und "Arkham City" erzählen keine schon tausend Mal erzählten Biographie-Stories einzelner Figuren, sondern eigenständige Geschichten, in denen sehr viele Batman-Figuren auftauchen. Man kann sich darüber freuen wenn man plötzlich vor Solomon Grundy steht und Azrael trifft, wenn man weiß wer die sind. Ich persönlich muss ehrlich gesagt sagen, dass ich Grundy, Azrael, Hush und auch Zsasz überhaupt erst durch die Spiele kennengelernt habe. Und was ist passiert? Amazon versendet heute im Lauf des Tages mein Exemplar von "Hush". Ich möchte mehr wissen. Die eingebauten Biographien und Gotham City Stories geben interessierten Spielern, die das Batman-Universum (noch) nicht kennen oder sich (noch) nicht gut auskennen, die Möglichkeit, vieles nachzuschlagen. Und alle, die einfach nur zwei Plastikfiguren aneinanderkloppen und Kampfgeräusche machen wollen, können damit genauso viel Spaß haben wie Comic-Nerds, die die Materie eh schon kennen und die ganzen Infos im Kopf haben, während Catwoman laszive Sprüche klopft, wie man sie aus zig anderen Batman-Stories kennt. Wer es weiß, braucht die Erklärung nicht, wer sie will, kann die Biographie überfliegen und bei mehr Interesse die Comics lesen, in denen die Figuren eingeführt werden und wer die Erklärung garnicht will, sondern einfach nur ein richtig gutes Action-Adventure mit wundervoller Grafik, großartiger Atmosphäre, exzellenter (englischer) Synchro und knackigen Prügeleien und Rätseln spielen will, kann auch das tun. Mir haben beide Spiele riesigen Spaß gemacht und das einzige Plot-Manko ist meiner bescheidenen Meinung nach, dass Two-Face viel zu kurz gekommen ist. Wie immer.Und was die Sandbox-Welt angeht: Jeder Handlungsstrang von "Arkham City" ist in gewisser Weise gleichwertig zeitkritisch, denn es sind immer Menschen in Gefahr, egal ob man den Identiy Thief verfolgt, Political Prisoners befreit, Riddlers Rätsel löst um seine Geiseln zu befreien, Nora sucht, Deadshot verfolgt oder was sonst so zu tun ist. Alles, was Batman tun kann, wäre für die Figur Batman gleichwertig wichtig, denn er rettet jedes Leben, wenn er kann. Und wenn er unter Zeitdruck steht (wie bei Protocol 10) weigert er sich sogar, einige Nebenhandlungen zu verfolgen. Einzig das AR-Training ist nach deiner Argumentation tatsächlich ein wenig deplatziert. Selbst die kurzen Gespräche mit Azrael, den man ja eigentlich immer nur "zufällig" trifft, weil er dort herumlungert, wo Batman großes vollbringt, sind schlüssig integriert. Und einfach nur zum Spaß durch Gotham zu fliegen – naja, ich sag mal so: Wenn ich es darauf anlege, kann ich in jedem Computerspiel stehenbleiben und mir in aller Ruhe das Leveldesign ansehen, obwohl ich eigentlich mal wieder die letzte Hoffnung der Menschheit bin und es eilig haben sollte. Den Spieler zum Spielen zu zwingen funktioniert in den wenigsten Fällen. Es liegt am Spieler, ob er sich von der Atmosphäre einsaugen lassen und das virtuelle Leben virtueller Personen retten möchte, den Druck und den Nervenkitzel der Spielfigur mitfühlen möchte, oder ob er einfach nur die Spielmechanik seziert, die Grafik bewundert und das Spiel als eine Herausforderung an die Geschicklichkeit betrachtet und der eigentlichen Handlung geringere Aufmerksamkeit schenkt.Für beide Spielertypen sind "Arkham Asylum" und "Arkham City" meiner bescheidenen Meinung nach mehr als empfehlenswert. Ich habe beide Spiele voller Begeisterung durchgespielt, das erste mittlerweile fünf mal, das zweite erst dreimal. Und ich werd’s wieder tun.

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