Der Internet-Präsident

Der estnische Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves war zu einem Arbeitsbesuch in der Schweiz. Ich konnte ihn in einer Suite im Hotel Bellevue in Bern interviewen. Meine Kollegen Lucius Müller und Reto Widmer haben gefilmt.

Präsident Ilves hat bereits vor über fünfzehn Jahren dafür gesorgt, dass das junge, gerade eben selbstständig gewordene Estland zu einem der bestvernetzten Länder Europas wurde. Er schlug (damals noch als Botschafter in den USA) das Programm «Tiigrihüpe» vor: die Netzwerk-Infrastruktur des Landes ausbauen und alle Schulen ans Internet anschliessen. Heute werden 98% aller Banktransaktionen in Estland über das Internet getätigt; es gibt elektronische Patientenakten, eine digitale Unterschrift, die Esten wählen ihr Parlament übers Internet oder per SMS und füllen ihre Steuererklärung online aus.

Auch mit der Kehrseite der Vernetzung hat Estland schon Erfahrungen gemacht – im Frühling 2007 wurden Regierungs-, Banken- und Medien-Websites per DDoS angegriffen und tagelang lahmgelegt. Die NATO (in der Estland Mitglied ist) hat in der Hauptstadt Tallinn ein Forschungs- und Ausbildungszentrum zu Cyberwar eingerichtet. Präsident Ilves spricht regelmässig zu diesem Thema.
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