Ein wirklich kleines Portemonnaie

Mein altes Portemonnaie (so sagen wir hier der Brieftasche, dem Wallet) trage ich nun schon sehr lange mit mir herum – Zeit, es zu ersetzen. Mein Ziel: Bargeld (Noten und Münzen) und ca. 10 Karten (Kredit- und Bankkarten, Badge, Saisonkarte, Führerausweis, Krankenkasse etc.) auf möglichst kleinem Raum verpacken.
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Der alte Büffel ist etwas speckig geworden.

Schon mehrmals schlich ich deshalb durch die Lederwaren-Auslagen diverser Kaufhäuser. «Braun Büffel», die Marke meines bisherigen Portmonnaies, ist da zwar reichlich vertreten, aber die Modelle im Angebot waren alle grösser. So geht das nicht – to the internets!

Weil man aus allem eine Subkultur formen kann, stiess ich da schnell auf Blogs wie Carryology oder EDC, die sich mit Portemonnaies beschäftigen, als sei es das wichtigste der Welt. Immerhin tragen wir es täglich herum, ein bisschen Evaluation schadet also nicht.

Ich entschied mich, diese zwei schön kleinen Modelle zu bestellen:
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Das «Very Small Wallet» von Bellroy für ca. CHF 80.- inkl. Lieferung aus Australien (kam nach 12 Tagen an).
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Und das «Men’s tri-fold wallet tiny leather Buttero superlative edition» von abrAsus via Superclassic/Rakuten für ca. CHF 190.- inkl. Lieferung aus Japan (das war schon nach 5 Tagen hier). 
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Bellroy und abrAsus können schön verpacken.

Nach dem Auspacken gleich die erste Enttäuschung: Das abrAsus fasst nur 5 Karten statt der 10, die ich brauche. Das wäre auf der Website zwar gestanden, aber die ist in Japanisch (oder sehr schlecht übersetztem Englisch) und ich hatte es beim Bestellen schlicht übersehen. Wenn man zudem tatsächlich fünf Karten reinstopft, sitzen sie für den alltäglichen Gebrauch zu satt (auch wenn sich das Leder wohl noch etwas ausdehnen wird). Trotzdem: Sieht sehr elegant aus.
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Das abrAsus, befüllt.
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So könnte man die restlichen Karten zwar mittragen, aber die würden dann beim Öffnen jedes Mal rausfallen.
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Noten und Münzen clever mit minimalstem Materialaufwand getrennt.

Das «Very Small Wallet» ist noch simpler: Eine kleine Tasche im Kreditkartenformat mit Reissverschluss. Ein Innenfach für Noten (auf 1/4 gefaltet) und Münzen (die so nicht an den Karten scheuern). Gibt es auch in einer Wasser- und Schmutz-abweisenden Variante, da gefielen mir die Farben aber nicht. Dieses hier ist ein sehr dunkles Braun, das sie «Java» nennen. Das simple System mit fast keinen Fächern gefällt mir. Ok, im Alltag werde ich wohl ab und zu etwas länger nach der richtigen Karte oder passendem Münz wühlen müssen. Und die Reissverschlusslösung sieht etwas nach Schüler/Studi aus. Das abrAsus ist dagegen eleganter, Anzug-tauglicher. Doch da ich fast nie Anzug trage, ziehe ich das Bellroy optisch vor.
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Das Very Small Wallet, befüllt.
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Kartenstapel und Notenfach.

Gewicht leer:
Braun Büffel: 70 g
abrAsus: 32 g
Very Small Wallet32 g

Gewicht gefüllt:
Braun Büffel: 146 g
abrAsus: 84 g (nur mit 5 statt 10 Karten, deshalb -24 g)
Very Small Wallet: 108 g

Abmessungen gefüllt:
Braun Büffel: 10.8 x 8.4 x 2.4 cm
abrAsus: 9.1 x 6.1 x 2.7 cm (mit 10 Karten 2.9 cm dick)
Very Small Wallet: 10.5 x 6.6 x 2.1 cm

Volumen gefüllt (ca.):
Braun Büffel: 217.7 cm³
abrAsus: 149.8 cm³ (mit 1
0 Karten: 160.9 cm³)
Very Small Wallet: 145.5 cm³

Schwer sind beide neuen Portemonnaies aufs Gramm genau gleich. Das «abrAsus» ist zwar von oben gesehen ein paar Millimeter kleiner, es wird dafür dicker, sogar, wenn nur fünf Karten drin sind (die rundliche Faltung lässt unnötigen Luftraum zu).

Das «Very Small Wallet» ist also das Portemonnaie, mit dem ich im kleinsten Volumen alles verstauen kann. Im Vergleich zum alten Speckbüffel spare ich fast vierzig Gramm und gut siebzig Kubikzentimeter bzw. 7 cl. Fast zwei doppelte Shots! Oh ja!
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Die drei Kandidaten und ihr Inhalt.
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Mein EDC wenn Zombie Apocalypse.
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10 Gedanken zu “Ein wirklich kleines Portemonnaie

  1. «EDC» steht übrigens für «Every Day Carry» (<a href="http://everyday-carry.com">EDC</a&gt;, <a href="http://www.tumblr.com/tagged/every-day-carry">Tumblr</a&gt😉 und das hat total was mit Zombie Apocalypse zu tun, denn es gibt nicht nur Leute, die bloggen, was sie jeden Tag mit sich herum tragen, sondern auch solche, die bloggen, was sie jeden Tag in der Zombie Apocalypse mit sich herum tragen würden. Das ist dann natürlich etwas mehr als Telefon, Geld und Schlüssel, da kommen auch Licht, Messer, Batterien, Verband, Medikamente etc. dazu (Fuck ich finde den Link nicht mehr).Die EDC-Szene überschneidet sich offenbar mit der Survivalist- und der Gun-Nut-Szene, und Angehörige dieser beiden rechnen sich in der Zombie Apocalypse wohl nicht allzu schlechte Chancen aus.

  2. Ich wollte auch meine Münzen behalten, obwohl die meisten «Sehr kleine Portemonnaie»-Anhänger ganz auf Münz verzichten oder es lose im Hosensack tragen (was z.B. in Amerika auch mehr Sinn macht – wir müssen unbedingt die 1-Franken-Note einführen!). Drum eben diese zwei Portemonnaies, weil sie beide eine Möglichkeit für Münz bieten. Zwar nicht die superzugänglichste, aber trotzdem sauberer als loses Münz überall verstreuen.

  3. @Madlaina: Ich finde nirgends Abmessungen. Wie gross ist das Pokmonnaie? Und hast du eins mit oder ohne Münzfach? Und wie hältst du Karten und Noten auseinander?

  4. komischerweise fällt es mir auf städtetrips im ausland gar nicht schwer, münzen in der hosentasche dabei zu tragen… wobei hier wahrscheinlich auch die taschendieb-paranoia ihren beitrag dazu leistet ;-)für das rumfliegende münz zuhause hätte ich sogar auch schon eine idee: ein gutes altes sparschwein.mir persönlich gefällt das slim sleeve wallet von bellroy sehr gut.

  5. @Beat: Wenn ich schon Kühe esse , dann finde ich es sinnvoll, die Haut ebenfalls zu verwerten. Und gutes Leder hält läng; evtl. länger als ein Synthetikstoff aus Erdöl?

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