Vom Touristen zum Monster in «Far Cry 3»

«Jede leit mal gärn sy blutti Seel i wysse Sand», wusste schon Peter Reber, und das sagen sich auch Jason Brody und seine Extremsport-Party-Freunde. Doch statt auf dem tropischen Rook Island den Palmenstrand zu geniessen, muss sich Jason gegen Menschenhändler wehren.

01
Meine Game-Kritik auf srf.ch

«Auf der Insel beginnt seine Transformation vom Schnösel zum Monster. Das ist das erzählerische Fundament von «Far Cry 3» – ein verwöhnter junger Mann auf der Sonnenseite des Lebens, der plötzlich ins Dunkel gezogen wird. Der doch nur seine Freunde retten will, dafür aber immer mehr Tiere und Menschen tötet. Und der das bald nicht mehr widerwillig tut, sondern Gefallen daran findet, das Adrenalin und die Macht über Leben und Tod zu geniessen beginnt.»

Solange ich euch noch keinen Ersatz-RSS-Feed bieten kann, versuche ich, hier Querverweise zu posten.
Advertisements

Tolle Thesen ausgetestet

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und so auch dieses Blog.

Warum hört das Jahr auf? Physik. Warum höre ich mit diesem Blog auf? Lasst mich erklären.

tl;dr: Guido schreibt über Games in Zukunft hier: SRF Digital – Games

Seit viereinhalb Jahren schreibe ich «Tolle Thesen testen». Ich konnte Thesen testen, die mir so einfielen, und mit euch darüber diskutieren. Dieser Austausch bedeutet mir sehr viel – deshalb fällt es mir nicht leicht, dieses Forum aufzugeben.

Während ich das Blog thematisch immer offen hielt und regelmässig auch zu anderen IT-Themen schrieb, nehmt ihr das Blog wohl in erster Linie als ein Game-Blog wahr.

Wie die meisten von euch wissen, arbeite ich für Schweizer Radio und Fernsehen. Ich bespreche regelmässig Games auf SRF 3. Die Reviews hier sind ein Teil des «SRF 3 Game-Tipp»: Die lange Version erschien jeweils hier, eine gekürzte Fassung auf drs3.ch, mit einem Link auf die Kritik hier.

Rund ein Drittel der Leser auf drs3.ch klickten jeweils auf «Zur ausführlichen Kritik». Vielleicht, um mehr Bilder zu sehen oder noch mehr zu lesen; oder um mit mir zu diskutieren. Das Konzept dahinter war: Radiohörer bekommen die Kurzfassung; auf drs3.ch gibt es etwas zu lesen für Eilige oder durchschnittlich Interessierte; und die Fans kommen dann hierher. Nicht nur über SRF 3, auch von Google oder Twitter. Diese Aufteilung hat nicht schlecht funktioniert, ich konnte einige sehr anregende Gespräche führen mit euch.

Kommentare waren auf drs3.ch nur sehr eingeschränkt möglich. Das war für mich der Hauptgrund, auf dieses Blog auszuweichen. Dazu konnte ich direkt im Text viele Bilder platzieren, also den Artikel schöner gestalten. Rein publizistisch gab es allerdings kaum eine Unterscheidung (abgesehen von der Länge): Denn obwohl das ein privates Blog ist, werde ich als SRF-Redaktor wahrgenommen. Das bedeutet, dass ich mich hier an die gleichen Regeln halte wie bei meinem Arbeitgeber.

Nun haben wir unsere neue Website srf.ch gestartet – wir haben die Seiten von TV und Radio zusammengeführt und von Grund auf neu gestaltet. Meine Digital-Redaktion hat damit eine neue Heimat und ein neues Publikum. Und natürlich werden wir weiterhin über Games berichten.

Mit der neuen Seite fallen frühere Einschränkungen weg: Ab sofort sind bei jedem Artikel Kommentare möglich. Und wir können sehr schön gestalten. Deshalb macht es für mich kaum mehr Sinn, doppelt zu publizieren.

Solltet ihr also weiterhin meine Game-Kritik und Haikiews lesen und mit mir diskutieren wollen, bitte ich euch höflichst, eure Browser in Zukunft hier hin zu lenken: SRF Digital – Games.
Ich werde dieses Blog nicht komplett dicht machen: Ab und zu gibt es vielleicht eine These, die erst hier getestet werden muss, bevor sie reif für SRF ist.

Damit ihr die dann nicht verpasst – und auch um mitzukriegen, wenn ich eine neue Game-Kritik auf srf.ch veröffentliche – lege ich euch ans Herz, mir auf Twitter zu folgen: @guidoberger
Zum Schluss möchte ich mich bei euch bedanken, für die Zeit und Gedanken, die ihr mir geschenkt habt. Ihr wart eine kleine, aber sehr feine Leserschaft. Wir konnten viele anregende Diskussionen führen – enthusiastisch und kenntnisreich, mit guten Ideen und Argumenten, und immer in einer freundlichen Atmosphäre. Ich würde mich sehr freuen, einige von euch auf srf.ch wieder anzutreffen.

Merci villmal! Wir lesen uns.

«Assassin’s Creed 3»: Ich kann mich nicht entscheiden

In Person des Halbbluts Connor schleichen und springen wir durch die amerikanische Revolution – und emotional springen wir von reiner Freude zu Wut über groteske Design-Entscheidungen. 

03

«Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust», ruft Faust aus. Exakt so ging es mir bei «Assassin’s Creed 3». Schon vor dem Spielen: Als ehemaliger Student der nordamerikanischen Geschichte zieht mich das Thema an; doch die erste Version von «Assassin’s Creed» fand ich so mies, dass ich die zweite links liegen lassen musste.

Weiterlesen

Ich liebe «Assassin’s Creed 3»

«Assassin’s Creed 3» zeichnet mit überwältigender Präzision und Liebe zum Detail die Welt der amerikanischen Revolution.

01_happy

«Worldbuilding» ist eine wesentliche Stärke von Games. Und meine Güte, ist die Welt von «Assassin’s Creed» beeindruckend. Da ist Boston um 1770, mit dem Handelshafen, verregnete Backsteinhäuser im schwachen Licht der Laternen, Holzkirchen im Nebel; mit den unzähligen «Meeting Houses», mit Kneipen wie der «Green Dragon Tavern», dem Treffpunkt der «Sons of Liberty». Die Stadt wirkt wie ein lebendig gewordenes Gemälde.
Weiterlesen

Ich hasse «Assassin’s Creed 3»

«Assassin’s Creed 3» ist aufgebläht, mechanisch brüchig, hat zu wenig Vertrauen in uns Spieler und eine unnötige Meta-Geschichte.

02_sad

Beginnen wir gleich damit: Desmond Miles ist doof. Immer, wenn ich eine Mission in der Gegenwart spielen musste, wartete ich nur darauf, endlich wieder in das 18. Jahrhundert zurückkehren zu können. Nicht nur, weil dieser Desmond nur einen Gesichtsausdruck hat – Ennui! – und wie das Klischee des arroganten Parisers wirkt. Sondern, weil die Meta-Geschichte von «Assassin’s Creed» einfach komplett überflüssig ist.

Weiterlesen

Call of Duty brüllt laut, Halo überrascht leise

Jedes Jahr im November fragt die Game-Industrie: «Habt ihr schon genug von Kriegsspielen?» Und die Spieler antworten: «NEIIIN». Dieses Jahr fuhr «Halo 4» am ersten Verkaufstag über 200 Millionen Dollar ein. Und «Call of Duty: Black Ops 2» gleich eine halbe Milliarde. Ich habe beide Kampagnen gespielt; eine gefällt mir, die andere überhaupt nicht.

Codblops_01
Ein Pflaster soll man ja mit einem forschen Ruck abziehen. Also: Meine Güte, ist «Call of Duty: Black Ops 2» stumpfsinnig! Phu, das haben wir hinter uns; lasst mich erklären, warum.