Wo ist ein Youtube-Video blockiert?

Unser Hörer André Lardon fragte: Gibt es eine Methode, um bei einem Youtube-Video zu sehen, in welchen Ländern es blockiert wird (ohne selber in diesem Land zu sein)?

Ja, die gibt es.

Die einfache, aber etwas unbequeme Variante:

  • Quelltext des Videos ansehen
  • nach «regionsAllowed» suchen
  • in diesem Meta-Tag sind die Länder-Codes aufgelistet, wo das Video angezeigt werden darf.

Die bequeme, aber etwas komplizierte Variante:

  • Firefox verwenden, dort das Addon Greasemonkey installieren
  • Dann in Greasemonkey dieses Userscript installieren: «Where’s It Blocked?»
  • Das sollte eigentlich in der Beschreibung vom Video unter «Kategorie» und «Lizenz» die blockierten oder freien Länder (je nachdem, welche mehr sind) anzeigen

Leider hat das bei mir nicht funktioniert; ich musste deshalb noch eine kleine Korrektur am Skript vornehmen:

  • Benutzer-Skripte im Firefox-Addon-Manager öffnen
  • Bei «Where’s It Blocked?» auf «Einstellungen»
  • Dort auf «Dieses Benutzerskript bearbeiten»
  • Ganz nach unten scrollen und in der allerletzten if-Abfrage gleich nach der Klammer folgendes einfügen:
document.getElementById('watch7-player') &&

Also die Zeile:

if(document.getElementById('watch7-player').className=='unavailable-player' && !document.getElementsByClassName('submessage')[0].hasChildNodes()) {

muss korrekt heissen:

if(document.getElementById('watch7-player') && document.getElementById('watch7-player').className=='unavailable-player' && !document.getElementsByClassName('submessage')[0].hasChildNodes()) {

Speichern, dann sollte es klappen!

Mit diesem Video könnt ihr testen. Es wird blockiert in «Czech Republic, Germany, Slovakia, South Sudan».

Bittegerngschee!

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Interview mit Peter Sunde (Flattr, Ex-Pirate Bay)

Petersunde

Foto: m4music

Peter Sunde, ehemaliger Pressesprecher und öffentliches Gesicht der Pirate Bay, tritt am Samstag als Hauptredner am m4music-Festival in Zürich auf. Allerdings nicht als Pirat, sondern ganz im Gegenteil als einer, der eine neue Möglichkeit vorstellt, wie mit Inhalten Geld zu verdienen ist. Hat Peter Sunde seine Piratenflagge eingeholt? Ich habe mit ihm gesprochen.

Musikindustrie vs. renitente Nerds

Lege dich nicht mit renitenten Nerds an. Dieser Wahrheit muss die Musikindustrie einmal mehr ins Gesicht blicken.

Nachdem die High-Profile-Prozesse gegen Mininova und vor allem die Pirate Bay nicht wirklich zu einem Rückgang der Piraterie geführt haben, bewegt sich die Torrent-Szene mit Schwung in eine Richtung, die genau solche Prozesse in Zukunft verunmöglichen wird.

Die Pirate Bay kündigte nämlich an, ihren Tracker abzuschalten und stattdessen nur noch mit DHT und Magnet-Links zu arbeiten.

Yarr

Kurze technische Erklärung: Um per Bittorrent Filme, TV-Serien, Musik oder Software herunterzuladen, braucht man einen Torrent-Client (z.B Vuze). Ausserdem muss man die .torrent-Datei suchen (das nicht die gewünschte Datei selber, sondern nur Metainformationen über den Torrent enthält). Das tut man eben auf Torrent-Suchmaschinen wie Mininova oder der Pirate Bay. Wenn man nun diese .torrent-Datei mit seinem Torrent-Client öffnet, meldet sich dieser Client zuallererst beim Tracker an – das ist der Server, der den Torrent organisiert und weiss, welche anderen Clients den gleichen Torrent laden.

Neben der Suchmaschine ist also der Tracker ein zentraler Punkt in einem P2P-Netzwerk. Und weil jemand diesen zentralen Server betreiben muss, haben die Anwälte der Musikindustrie damit einen natürlichen Angriffspunkt für Prozesse.

Nun will die Pirate Bay genau diesen Tracker abschalten, aus nachvollziehbaren Gründen. Wie funktionieren dann aber in Zukunft die Torrents der Pirate Bay? Ganz einfach: über die DHT, die Distributed Hash Table. Hinder dem komplizierten Namen steht ein ganz einfaches Prinzip: Statt die Informationen über Torrents zentral auf einem einzigen Server abzulegen, wird diese Datenbank auf die Clients im P2P-Netzwerk verteilt. Wenn ein Client also eine .torrent-Datei öffnet, erkundigt er sich nicht mehr bei einem zentralen Server über die Zustand des Torrents, sondern bei den anderen Clients.

Damit fällt die Notwendigkeit eines zentralen Servers einfach weg. Stattdessen machen es die Nutzer im P2P-Netzwerk selber untereinander aus. Statt einem Angriffspunkt eine Million.

Wer sich jetzt frohlockt, freut sich zu früh. Die Musikindustrie hat diese Entwicklung nämlich durchaus begriffen und vorausgesehen. Deshalb haben die grossen Branchenverbände IFPI (international) und RIAA (USA) schon seit gut einem Jahr die Strategie gewechselt: Statt weiterhin auf Einzelprozesse gegen Filesharer zu setzen, wollen sie nun Bittorrent grundsätzlich kriminalisieren. Wer beim Benutzen von Bittorrent erwischt wird (egal wofür), soll vom Internet gekappt werden.

In Frankreich ist das Gesetz schon durch; in Grossbritannien in Vorbereitung; und auch die EU hat soeben ein Entwurf verabschiedet, der diese Art von „Three Strikes„-Gesetz möglich macht. All diese Gesetzesvorlagen entstanden dank massivem Lobbying der Content-Industrien.

Je nach nationaler Ausgestaltung gibt es Bedenken zur Rechtsstaatlichkeit dieser Vorlagen (z.B. Entscheidet ein Richter oder eine Behörde? Hat man das Recht auf einen Prozess, wenn ja vor der Sperrung oder erst nachher?). Das Hauptproblem ist aber nicht die Rechtsstaatlichkeit, sondern der Umstand, dass die Gesetzgeber offenbar bereit sind, den Bürgern den gesamten Internet-Anschluss zu kappen, weil sich die Content-Industrie bedroht sieht. Das ist eine Frage der Verhältnismässigkeit. Auf der einen Seite steht das Interesse der Musikindustrie, mit ihren Erzeugnissen Geld zu verdienen. Und auf der anderen das Recht der Bürger auf freien Zugang zu Informationen.

Die Musikindustrie hat das komplizierte Skalpell des Prozesses weggelegt und stattdessen den Holzhammer ausgepackt. Das ist Massive Retaliation, da geht es nicht mehr um Bestrafung, sondern um Rache und Abschreckung.

Als ob das nicht schon Grund genug wäre, sich aufzuregen, publiziert das Blog der britischen Times diese Grafik: 

Revenue

Gesehen? Während der Umsatz der britischen Musikindustrie mit Aufnahmen (CDs) in den letzten vier Jahren gesunken ist, hat der Umsatz mit Live-Konzerten so stark zugenommen, dass er den Verlust bei den CDs nicht nur wettmacht, sondern dass die Industrie als ganzes sogar MEHR Umsatz macht als vor vier Jahren. Die Musikindustrie verdient mehr, nicht weniger.

Auch wenn das nur einige Jahre in einem einzelnen Land sind, kann man doch diese These wagen: Was hier stattfindet, ist NICHT der Niedergang einer ganzen Industrie, sondern eine Verschiebung der Einkünfte innerhalb dieser Industrie. Und zwar
weg von den Labels, hin zu den Konzert- und 360°-Agenturen und den grossen Künstlern (die es sich leisten können, 200.- oder mehr für ein Konzert zu verlangen).

Das ist also alles andere als der Überlebenskampf, von dem uns die Lobby-Organisationen die Ohren vollheulen. Das ist ein Verteilkampf. Es ist deshalb empörend, dass sich Staaten zu Komplizen machen und bereit sind, Grundrechte zu opfern, um die Interessen einer Industrie zu wahren, die sich verzweifelt an alten Geschäftsmodellen festklammert.

Ethisch liegt die Sache übrigens klar: Es ist richtig, dass Musiker heute wieder mehr Geld mit Live-Auftritten verdienen, als mit dem Verkauf von CDs. Das ist der Urzustand: Musiker als Performer. Die Möglichkeit, Musik aufzunehmen, gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Erst dadurch wurde es möglich, dass ein Künstler ein einziges Mal eine Performance aufnehmen kann, und dann mit dem Verkauf von unzähligen Kopien dieser Performance (die so gut wie nichts kosten) unanständig reich werden kann.

Aufgenommene Musik ist nichts anderes als Werbung für das Original, die Live-Performance. Für Werbung zu bezahlen ist absurd. Die Live-Performance als Haupteinnahme-Quelle für Musiker ist ausserdem auch in einer globalisierten Kultur gerecht: Auch der grösste, weltbekannteste Künstler kann nicht immer überall sein. Das gibt Platz für die Kleinen, Lokalen. Klar, wenn Robbie Williams spielt, hat die kleine Band am selben Abend keine Chance. Aber Robbie ist nur einmal alle paar Jahre hier. In der Hitparade hingegen sind seine Kopien ständig präsent.

iTunes ohne DRM: Hat die Content-Industrie also etwas gelernt?

Die beste Meldung letzter Woche:  Bald sind sämtliche 10 Millionen Songs im iTunes Store von Apple ohne Kopierschutz (und in besserer Qualität) erhältlich. Apple zieht damit gleich mit Amazon (in den USA, in Europa überholen sie Amazon eigentlich sogar, weil der MP3-Shop hier erst in England verfügbar ist). Damit arbeiten alle grossen Labels und die zwei grössten Distributoren von Online-Musik ohne DRM/Kopierschutz.

Drm

Was im Netz allgemein als gewonnene Schlacht gegen Kundenverarsche gefeiert wird, ruft bei anderen Weltuntergangsstimmung hervor: die Süddeutsche schreibt etwa von einer „Aushebelung der Urheberrechte“ und warnt vor einem „kulturellen Prekariat“.

Was die SZ da im Anti-Hippie-Reflex daherschwurmelt, ist mehrheitlich Quatsch. Eingehen möchte ich aber nur auf diese Behauptung:

Weil die Internetnutzer aber von Anfang an daran gewohnt waren, dass die Freiheit des Internets nicht nur die absolute, weltweite Meinungsfreiheit, sondern auch den kostenlosen Zugang zu Kulturgütern aller Art bedeutete, war es fast unmöglich, mit Musik, Filmen oder auch Zeitungsinhalten im Netz Geld zu verdienen.

Man kann mit Musik im Netz kein Geld verdienen? Blödsinn! Zwei Gegenbeispiele:

  • Apple hat in 6 Jahren iTunes 6 Milliarden Songs verkauft. Natürlich, mit Kopierschutz. Der war aber nicht da, um den Kunden das Gewissen zu beruhigen, sondern um die Labels dazu zu bringen, ihren Inhalt über iTunes anzubieten. Ich glaube keine Sekunde, dass diese tollen Umsätze jetzt plötzlich wegbrechen, im Gegenteil. Und die Labels auch nicht: dann wären sie den Deal nicht eingegangen.

  • Laut Amazon war Ghosts I-IV von NIN das meistverkaufte Album des Jahres 2008 im MP3-Store von Amazon. Es wurde wie alles bei Amazon MP3 ohne Kopierschutz verkauft. Ausserdem bot es Trent Reznor auf seiner eigenen Seite gratis zum Download an und lud es sogar höchstpersönlich auf Pirate Bay. Ein voller kommerzieller Erfolg, für den niemand etwas hätte bezahlen müssen.

Es gibt kaum ein stärkeres Produkt als Musik. Gute Musik erzeugt starke Emotionen, und ich bin überzeugt, dass es immer Menschen geben wird, die bereit sind, dafür Geld auszugeben.

Was allerdings nicht mehr geht: mir einen Song noch einmal verkaufen zu wollen, weil ich ihn auch auf meinem Handy hören möchte. Eine CD mit einem Hit und 9 Füllern drauf. Ein Album da herauszugeben und dort nicht. Das sind aber alles Methoden, denen niemand nachweinen wird, ausser denen, die damit Geld verdient haben.

Trotzdem finden sich Wege, mit Musik Geld zu verdienen. Die Musikindustrie, präziser die grossen Labels, haben mit dem iTunes-Deal einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ob sie aus dem ganzen DRM-Schlamassel aber wirklich etwas gelernt haben? Ich habe meine Zweifel.

Vor allem, weil Apple einen Preis zahlen musste für den Deal: sie mussten die Ein-Preis-Politik aufgeben. Bisher kostete ein Song 1.50, ein Album 15.-. Alle wurden gleich behandelt. Das war den Labels schon lange ein Dorn im Auge, und jetzt habe sie erreicht, was sie wollten: drei verschiedene Preise: $0.70, $1, $1.30 (CH-Preise sind noch nicht offiziell bekannt; 1.-, 1.50 und  2.- tönt plausibel).
Das wird sich wohl so auswirken: Hits und grosse Neuerscheinungen werden teurer, Back Catalog wird billiger. So sieht also die Lösung der Musikindustrie aus: DRM hat eh nicht funktioniert, lassen wir das also weg; unsere Umsätze gehen aber trotzdem zurück, lass uns unser Produkt einfach teurer verkaufen. Scheint mir ein nur mässig cleverer Gedankengang zu sein.

Ernüchternd ist ausserdem, dass die anderen Content-Produzenten felsenfest entschlossen sind, die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen. Bei den digitalen Büchern herrscht DRM-Chaos vor, bei Games gab es letztes Jahr einige Beispiele dafür, das Konsumenten DRM zu Recht als unnötiges Ärgernis empfinden (z.B. Spore).

Gerade bei Games ist die Haltung der Kunden sehr ähnlich wie bei Musik: Wenn ich etwas gekauft habe, will ich damit machen können, was ich will – abspielen/installieren, wann und wo ich will. Dementsprechend ist der Druck auf DRM gewachsen. Die Kopierschutzkrücken werden sich aber wohl länger halten, auch weil Games ein teureres Produkt sind (90.- statt 20.-) und weil Konsolen eh ein geschlossenes System sind. Eine Chance hat DRM trotzdem nicht. Wir wissen, was Konsumenten von DRM halten. Sie hassen es, und sie werden es umgehen.

Lediglich beim Film sehe ich eine Chance für faires DRM. Film unterschiedet sich von Games und Musik, weil die Mehrheit der Konsumenten einen Film nicht besitzen, sondern einmal sehen wollen. Deswegen steht die DVD eigentlich etwas quer in der Gegend – eine saubere digitale Distribution mit zuverlässigem DRM fürs Einmalschauen würde das Heimkino eigentlich zu dem machen, was es sein soll: wie Kino, einfach etwas kleiner und dafür billiger+bequemer.

Insgesamt gilt aber auch hier das alte DRM-Mantra: wer die Mehrheit seiner ehrlichen Kunden wie Verbrecher behandelt und gleichzeitig die Verbrecher an ihrem Tun nicht hindern kann, der wird die Zeche dafür bezahlen.

Wird das Ende des Musik-DRMs euer Kaufverhalten beeinflussen? Welche DRM-Massnahmen für welche Medien wärt ihr bereit zu akzeptieren?

Little Big Dick Move

Langsam tröpfeln die Ankündigungen zum Downloadable Content für Little Big Planet herein. Einige Kostüme gibt es gratis (Raumanzug – Yay!, Halloween-Kürbiskopf – Buuuh!) und einige kosten.

Was wäre euch dieses T-Shirt da unten wert?

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Ich nehme an, niemand von euch hat viel mehr als „en Stutz“ gesetzt. Na, dann setzt euch, denn dieses „Seltene Woche 1-T-Shirt“ kostet sage und schreibe CHF 7.95.

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Sehr geehrte Damen und Herren bei Sony Computer Entertainment Europe! SIND SIE NOCH GANZ DICHT? Welche gierigen Geiferlappen machen bei Ihnen die Preise? Acht Franken für ein digitales T-Shirt? Zehn dieser Kostümchen sollen gleich viel wert sein wie das ganze fucking Spiel?!? Das ist echt the dickiest dick move that has ever been moved and/or dicked

Offenbar sind im Moment eh die Dicks am Drücker bei Sony & Media Molecule. Neben der völlig durchgeknallt überrissenen DLC-Preispolitik tauchen nun Beschwerden von gelöschten LBP-Levels auf:

Einige Spieler beklagen sich, dass publizierte Little-Big-Planet-Levels gelöscht wurden. In den meisten Fällen scheinen Copyright-Überlegungen ausschlaggebend zu sein. Sony entfernt („moderiert“) solche Levels einfach aus dem „Share“-Teil des Spiels, ohne Begründung, ohne die Betroffenen vorzuwarnen, und ohne diesen die Möglichkeit zu geben, ihre Levels anzupassen. Die Levels können ausserdem nicht erneut publiziert werden (auch wenn sie verändert wurden).

Klar, Sony will sich nicht Copyright-Klagen aussetzen. Sie wählen hier aber erneut die Holzhammer-Lösung, indem sie den Betroffenen jedes Recht auf Einsprache verwehren. Einige der gelöschten Levels könnten durchaus unter Fair Use legal sein – auf diese Diskussionen will sich Sony aber offenbar gar nicht erst einlassen.

Nach der rückgratlosen Zensur und den skandalösen Nutzungsvereinbarungen ist das nun der dritte Little Big Dick Move in drei Wochen. Und das bei einem Spiel, das auf User Generated Content setzt und damit abhängig von einer lebhaften und gutgesinnten Community wäre.

Vornerum von Kreativität und den beflügelnden Möglichkeiten zu labern, hintenrum dann aber arrogant und stur die User knechten und knebeln. Way to go, Sony!

Italien vs. Piraten

Tpb

Der schwedische Bittorrent-Tracker The Pirate Bay ist in Italien gesperrt worden. Damit schlägt Giancarlo Mancusi, Staatsanwalt in Bergamo, wieder zu: sämtliche italienischen Internet-Provider wurden aufgefordert, die IPs von Pirate Bay zu sperren.

Ein Tracker bietet Torrent-Files zum Download an. Diese Torrent-Files enthalten selber keinerlei Inhalt, verweisen aber auf Bittorrent-Schwärme, die auch urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Filme, TV-Serien oder Musik enthalten können. 

Eine italienische Variante eines solchen Trackers, Colombo-BT, hat Mancusi vor zwei Wochen schliessen lassen.

Die Schweden sind wie immer sehr direkt in ihrer Reaktion und vermuten, dass die Aktion von Berlusconi persönlich befohlen wurde – der als Besitzer eines grossen Medienkonzerns natürlich ein sehr direktes Interesse daran hat, die illegale Verbreitung seiner Inhalte zu unterbinden.

Die IP-Sperraktion ist ziemlich hilflos: nachdem die Schweden ihre IPs geändert haben, und in Italien unter labaia.org ein Mirror eingerichtet wurde, können viele Italiener bereits wieder auf die Piratenbucht zugreifen. Der Effekt der Sperraktion ist also vor allem Gratiswerbung.

YouTube vs. Berlusconi vs. Bayonetta

Hinter Viacom reihen sich andere ein, die sauer auf YouTube sind. Nun auch Silvio Berlusconi, resp. sein Imperium Mediaset. Schon vor einer Weile hat Telecinco in Spanien gegen YouTube geklagt (ein Sender, der Mediaset gehört); und nun auch noch Mediaset selber, in Rom. Wie immer wegen unerlaubter Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Gewissenhaft rechnen die Anwälte von Mediaset vor, wie viel ihnen YouTube schuldet: MediaSet-Clips auf YouTube entsprächen 315’672 Tagen (!) Fernsehen, und deshalb wollen sie einen Schadenersatz von 500 Millionen Euro für entgangene Werbeeinnahmen.

Safari

Mal ganz abgesehen davon, dass die halbe Milliarde Euro sehr nach Dr. Evil klingt – „One Million Dollars!!“ – siehe:

Also ganz abgesehen davon ist das dieselbe Mongo-Logik, die von der Musikindustrie auch so gerne bemüht wird, wenn sie berechnet, wie viel Trilliarden sie an die Piraten verliert. Weil ja schliesslich jeder und jede einzelne, die einen Zwei-Minuten-Clip auf YouTube schaut, natÜÜrlich, wenn es YouTube nicht gäbe, STUNDENLANG Mediaset-Sender schauen würde, inklusive STUNDENLANGER Werbung.

Gääähn. Äxgüsi, langweilt mich grade, und drum schaut euch doch dieses Preview auf Bayonetta an.

Bayonetta (Eurogamer) resp. eigentlich vor allem den Teaser-Trailer

Ich finde, mehr Frauen sollten solche Schuhe tragen:

Bayonetta_-_announcement_trail

Ja, das ist eine Pistole als Absatz. Ja, damit schiesst sie Männern ins Gesicht (nur den wirklich Bösen, nehme ich jetzt einfach mal an). Davor hat der Designer von Bayonetta, Hideki Kamiya, gar keine Angst, im Gegenteil:

I feel strongly that women should dress like her. Like, when she does the hair attacks, you see her skin. So I want women to wear fashion like that.