«The League» und die perfekte Freundschaft

Theleague

«The League» ist eine Comedy-Serie über eine Gruppe von Freunden, die in einer Fantasy-Football-League gegeneinander spielen. Fantasy Football geht so: Man stellt sich auf einer Website ein virtuelles Team zusammen, aus echten Spielern. Wenn diese Spieler in echten Spielen gut spielen, erhält man dafür Punkte (es gibt für alles mögliche Punkte, nicht nur für Touchdowns). Die Saison dauert logischerweise gleich lang wie eine echte Saison; in der Regel gibt es am Schluss Head-to-Head Play-Offs und am Ende einen Gewinner.

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Die sieben Wörter, die Amerika nun sagen darf

Ein Berufungsgericht in New York hat entschieden, dass die Regeln der FCC, die das Verwenden bestimmter Fluchwörter im Rundfunk verbieten, gegen die Verfassung verstossen. 

Carlin
George Carlin Graffiti in Los Angeles. Foto: Flickr/anarchosyn
Damit findet eine Regelung ihr Ende, die ihren Ursprung hat in einer Tirade des grandiosen Komikers George Carlin Anfang der 70er-Jahre. Wer Carlins scharfsinnige Beobachtungen zu Shit, Piss, Fuck, Cunt, Cocksucker, Motherfucker, Tits noch nicht kennt – hier ist eine Version von 1978:

Top Gear und das Ende: Ein Lehrstück

Wie ihr wisst, bin ich ein Fan der BBC-Sendung Top Gear. Am Wochenende wurde die letzte Sendung der aktuellen Staffel gesendet (S13E07), gestern kam ich dazu, sie mir anzusehen. Und der letzte Beitrag dieser letzten Sendung ist eine journalistische Meisterleistung.

Topgear

Jeremy Clarkson testet einen Aston Martin Vantage V12. Also der kleinste der Aston Martins, aber mit einem grossen Motor. In einem normalen Beitrag hätte man viel über PS und Drehmoment gehört, über die tolle Verarbeitung, das wunderschöne Design innen und aussen, wie er in den Kurven liegt, wie er sich fährt im Vergleich zu den grossen Brüdern usw. usf.

Clarkson wählt einen anderen Weg. Die ersten 40 Sekunden (eine halbe Ewigkeit im TV) sehen wir sehr schöne Landschaften und den Aston darin, dazu nichts ausser sphärischer Musik von Brian Eno und das Röhren des Motors. Dann platziert Clarkson den ersten Satz:

Well, it’s an Aston Martin Vantage with a V12 engine. So what do you think it’s going to be like?

Dann wieder Stille, schöne Landschaften (das meiste davon in Wales, wo Top Gear immer wieder gerne filmt, man sieht, warum), mehr von Eno und ab und zu ein V12-Röhren. Dann, wie der erste Satz auch, Shot mit der Im-Auto-Cam:

It is fantastic. It’s wonderful, wonderful, wonderful.“ 

Topgear3

Mehr Nordwales, Vogelgezwitscher, V12 im Wald, Rehe springen über die Strasse. Und Clarkson, nun aus dem Off, zündet die erste Rakete:

What it makes me feel, though, is sad.

Denkpause. Dann der Kern des Beitrags, wieder im Aston:

I just can’t help thinking, that thanks to all sorts of things – the environment, the economy, the problems in the Middle East, the relentless war on speed – cars like this will soon be consigned to the history books.

Wieder eine Pause, und Fotos von Rennwagen, die an einem Zaun hängen und im Wind zittern.

Topgear2

I just have this horrible, dreadful feeling that what I’m driving here is an ending.

Nach dieser Bombshell donnert der Aston durch die Hügel und Wälder, zwischen weiteren Rennauto-Fotos und zu Brian Eno’s „An Ending“ und Vogelgezwitscher. Das lässt Clarkson ganze 80 Sekunden (!) stumm wirken. Dann:

Good night.

Wollblumen. Der Aston beschleunigt an der Kamera vorbei. Credits. Die Staffel ist zu Ende.

Dieser Beitrag krönt eine sonst eher durchzogene Staffel (die Budgetkürzungen waren z.B. in den viel längeren News- und Chat-Teilen sichtbar). Man mag von Clarkson halten was man will, man kann mit ihm einverstanden sein und das mögliche Aussterben der Supercars betrauern oder sich im Gegenteil darüber freuen. Kalt lässt dieser Beitrag aber niemanden, völlig unabhängig davon, ob man sich für Autos interessiert oder nicht. Eine klare Meinung, perfekt auf den Punkt gebracht und maximal emotional umgesetzt.

So emotional, dass sofort Gerüchte die Runde machten, dass sei nicht nur das Ende von V12-Autos und der Season, sonder sogar das Ende der Sendung überhaupt gewesen; was umgehend dementiert wurde.

Die viereinhalb Minuten sind ein Lehrstück. Sich auf eine einzige Geschichte konzentriert und sie mit minimalem Wortaufwand erzählt. Die Stärken des Mediums voll ausgenutzt. Keine Angst vor der klaren Meinung. Und die Konventionen des Genres Autosendung komplett beiseite gewischt. Deshalb ist Top Gear nach wie vor eine Sendung, die man gesehen haben muss. 

Man v. Food

Nur so für zwischendurch:

Morgen startet offenbar die Show „Man v. Food„. Zur Promo war der Host Adam Richman bei Conan und hat Essen („Food“) mitgebracht, das er („Man“) zu bezwingen versucht. 

Manvsfood-1

Conan hat das dann schön arrangiert und komponiert, NOM.

Auf dem Bild sehen wir:

  • Eine 1-Meter-Bratwurst
  • Den Eagle’s Challenge Burger mit 5 Pfund Beef und je 20 Stück Käse und Speck (und 5 Pfund Fries)
  • Eine Pizza
  • Der B3: der Big Badass Burrito

Wholesome! Ausserdem veranschaulichte Conan unser Cervelat-Problem:

Veganwestern

Er sehe aus wie „the villain in a vegan western„, meinte er.

Meteoriten und Spaghettifizierung: Universum vs. Leben

Wochenend-Aufgabe für euch: schaut euch dieses halbstündige Video an:

Spaghettification-2

Neil DeGrass Tyson ist Astrophysiker, Scheff Planetariums des American Museum of Natural History in Manhattan, New York und hatte in diversen Space-Kommisionen beratend Einsitz. Er tritt regelmässig im Fernsehen auf, ich hab ihn z.B. schon mehrfach bei Steven Colbert gesehen.

In diesem Video erklärt er unter anderem, was passiert, wenn man das Pech hat, in ein schwarzes Loch zu geraten (SPOILER ALERT! Man wird spaghettifiziert), was genau passiert, wenn der Asteroid Apophis am Freitag, 13.04.2029, an uns vorbeisaust und vielleicht 7 Jahre später in der Nähe von Santa Monica in den Pazifik fällt; und warum das Universum schlecht zum Leben ist.

Spitze ist das Video nicht deswegen; sondern weil Neil die wunderbare Gabe hat, solche Dinge zu erzählen, als erzählte er eine unterhaltsame Geschichte. Er ist witzig, hat spektakuläres Charisma, eine fabelhafte Rhetorik, und man merkt gar nicht, dass man dabei etwas lernt. Ich möchte den Mann ab jetzt an jeder Dinner Party dabeihaben.

Drauf gestossen bin ich dank dem (ganz wunderbaren) Blog Nerdcore:

Mehr zu Neil gibt es wie immer bei Wikipedia:

Mandatory Viewing: Mein TV-Programm

Das Internet hat in der Regel eine eher kurze Aufmerksamkeitsspanne. Die Liebe zur neusten TV-Show du Jour hält selten lange an:

Das Internet, nach Folge 1: „YAY! This was the most awesomest AWESOME that has ever been awesomed!
Das Internet, nach Folge 2: „Meh. Same-old, same-old.
Das Internet, nach Folge 3: „These new episodes SUCK, since they are not at all like the old ones, which I saw, because I was around when it all started, and you weren’t because YOU SUCK, too!

Im Gegensatz dazu bin ich ein sehr treuer Zuschauer. Habe ich eine Serie mal ins Herz geschlossen, bleibe ich dran. Deshalb hier eine Liste der TV-Shows, die ich Folge für Folge verfolge – könnt ihr mir folgen?

Mehr Details zu den Shows findet man in der Regel in der Wikipedia und auf dem Google. Da die meisten dieser Shows nicht im Schweizer Kabelfernsehen laufen (oder erst mit ca. zwei Jahren Verspätung, die unbedingt benötigt werden, um die Synchronisation zu verbocken und Lizenz-Anwälte zu beschäftigen), verweise ich auf die Existenz der „digitalen Distribution“ und Dienstleistungen wie mininova oder EZTV. Die tatsächliche Verwendung dieser Dienstleistungen lehne ich selbstverständlich AUSDRÜCKLICH AB, weil das direkt in den Weltuntergang führt.

Und nun los mit der alphabetisch geordneten Liste!

30rock

30 Rock
Tina Fey ist Hauptdarstellerin und Produzentin von 30 Rock. Während ihre Sarah-Palin-Impression für SNL den Wahlkampf beeinflusst hat, ist 30 Rock wohl eine Aufarbeitung ihrer Zeit als Cast-Member von SNL. Meta! Und sehr witzig, auch dank hervorragenden Schauspielern: Alec Baldwin, Tracy Morgan und Jack McBrayer als Kenneth the Page.

Dailyshow

The Daily Show with Jon Stewart
Wer sich für US-amerikanische Innenpolitik interessiert, kann CNN und CNBC getrost weglassen. Jon Stewart ist zwar das Vorzeige-Mitglied der Liberal Media und schert sich nicht um objektive Berichterstattung. Weil er auf die Intelligenz seines Publikums vertraut, präsentiert er die unterhaltsamsten Nachrichten, die Fernsehen zu bieten hat. Giacobbo/Müller wären gerne wie er, werden es aber niemals sein.

Deadset

Dead Set
Grossbritannien wird von Zombies überrannt, die letzten Überlebenden sind eingeschlossen im Big-Brother-Haus. Angemessen gruselig gefilmt und freigiebig mit Blut und Eingeweiden. Die Satire kopiert und aktualisiert George Romero einwandfrei. Leider schon zu Ende.

Dexter

Dexter
Eine Gratwanderung: der Protagonist der Serie ist ein kaltblütiger Serienmörder und soll zugleich sympathisch und abstossend wirken. Nur ein hervorragendes Skript kann eine solche Vorgabe umsetzen. Die dritte Staffel wurde soeben abgeschlossen – nach einer etwas durchzogenen 2. eine Rückkehr zu grosser Form.

Dirtysexymoney

Dirty Sexy Money
Eigentlich eine klassische Soap in der Welt der Superreichen, zugänglich gemacht durch die Hauptfigur, den Anwalt der Familie Darling. Ein verworrener, überbordender Plot, holzschnittartige Figuren und eine konsequente Dauervermischung von Privatem und Geschäftlichem – also alles, was eine gute Soap ausmacht. Im Gegensatz zu den meisten Soaps aber toll gefilmt und mit Peter Krause, Donald Sutherland und Lucy Liu hervorragend besetzt.

Entourage

Entourage
Product Placement am Laufmeter, Typen, die ihr Cool immer auf 11 gedreht haben plus ein rabiater Jude: die Serie, die uns hinter die Kulissen von Hollywood blicken lässt, wo wir natürlich nur eine weitere, fast noch schönere Kulisse erblicken. Meta 2! Und Turtle ist einfach zum knuddeln.

Fotc

Flight of the Conchords
Diese Jungs aus New Zealand lieben die englische Sprache. Der folgende Dialog spielt mit dem einfachen Umstand, dass „dead“ auf neuseeländisch gleich ausgesprochen wird wie „did“. Murray (Neuseeländer): „He may be dead!“ Dave (Amerikaner): „He maybe did what?“ Murray: „He maybe dead.“ Dave: „Yeah I know, but what did he maybe do?“ Murray: „He maybe … dead?“ Dave: „Maybe he did, maybe he didn’t! What did he maybe do?“ Bret (den man wie „Brit“ ausspricht, ihr seht das Muster): „No, he maybe dead!“ Dave: „Are you guys fucking with me?“ Bret: „Wha?“ Murray: „Not alive! You know – dead!“ Dave: „Oh!“ Solche wunderbaren Szenen werden ergänzt mit tollen Songs, in denen die sonst sehr trockenen Jungs ihren Gefühlen freien Lauf lassen. „Isn’t it cold out in Space, Bowie? Does the space cold make your nipples go pointy, Bowie?“

Itcrowd

The IT Crowd
„Hello, this is IT. Have you tried swit
ching it off and back on again?“ So wird begrüsst, wer Moss und Roy im Keller anruft. Die einzige Comedy, die sich bei der Verwendung von Geek-Symbolen nicht peinlicherweise als Non-Geek outet. Keep it real and fly the geek flag, gerade ist die dritte Staffel gestartet.

Tim

The Life & TImes of Tim
Tim gerät in die peinlichsten Situationen, in die man geraten kann. Nein, eigentlich kann man in die nicht geraten. Gut, dass Tim das für uns übernimmt. Einer muss es halt sein. Danke, Tim!

Conan

Late Night with Conan O’Brien
Conan ist nicht nur witzig (als ehemaliger Writer sowohl für die Simpsons als auch für SNL weiss er, wie witzig geht), sondern auch ein hervorragender Interviewer. Immer locker, immer interessiert, man hat auch in der 16. Staffel nie das Gefühl, dass da einer routiniert ein Programm abspult. Ein Star, der sich nicht so wichtig nimmt.

Lost

Lost
Die komplexeste und faszinierendste TV-Show unserer Zeit. Mit den unzähligen Hauptfiguren, den unzähligen Zeit-Ebenen, den unzähligen Hintergrund-Geschichten und den unzähligen offenen Fragen macht Lost deutlich, wie weit sich Populärkultur entwickelt hat.

Earl

My Name Is Earl
Jason Lee mag ich seit seiner Nebenrolle in Kevin Smith’s „Chasing Amy“. Der heimliche Star der Serie ist aber Earl’s leicht verlangsamter Bruder Randy. Randy funktioniert so: „Being dead is definitely worse than being alive. When you’re dead you can’t do all the cool stuff you can do when you’re alive. You and I, we can do all kinds of cool stuff ‚cause we’re living, we’re not dead, we’re alive. If we were dead we wouldn’t be able to do all the cool stuff we can do, because we’re alive. Dead people can’t do cool stuff. Only people that are alive can do cool stuff, ‚cause they’re living, and you have to be living to be able to do cool stuff.

Nathan

Nathan Barley
Nathan Barley kennt sich mit New Media aus und produziert die smashing Website „Trashbat dot cock“, yeah? Nathan ist ein Idiot und die Idioten gewinnen. Moss von „The IT Crowd“ ist übrigens auch dabei, nicht als Nerd, sondern als Idiot.

Office

The Office (US)
Nur schon wegen des vielsagenden Blicks, den John Krasinski in die Kamera wirft, wenn Boss Steve Carell sich einmal mehr peinlich benimmt. Das britische Original war deutlich brutaler in seiner Darstellung der abgrundtiefen Verzweiflung im Dienstleistungsniemandsland – und deshalb unbestritten bedeutend, aber manchmal nur schwer zu ertragen. Die US-Variante ist leichter, optimistischer – das Einsteiger-Office.

Sarah

The Sarah Silverman Program
Mag ich weniger wegen Sarah, weil ihre Rolle darauf ausgelegt ist, zu nerven und das halt gelingt. Sondern wegen des schwulen Slacker-Paars Steve und Brian, die sich ausnahmslos in jeder Folge in einen völlig bescheuerten Wer-hat-Recht-Konflikt hineinmanövrieren (Ist Steve tatsächlich so ungepflegt, dass Brian deswegen den Begriff „dotnose situation“ erfinden muss, der wiederum so erfolgreich wird, dass er ins Wörterbuch aufgenommen werden soll, aber auch so polarisiert, dass Brian nur knapp einem Mordanschlag entgeht?), am Ende aber immer wieder zusammenfinden. Wahre Liebe in ihrer stinkigsten Form!

Snl

Saturday Night Live
SNL ist eine Institution; die aktuelle Staffel hat vom Wahlkampf profitiert, aber auch davon, dass einige Cast-Members in Hochform sind. Die Digital Shorts von Andy Samberg (z.B. „Jizz in my Pants„) sind ein sicherer Wert, eben so das Weekend Update von Seth Meyers (und Amy Poehler, die leider die Show verlässt). Mein aktueller Favorit ist aber Fred Armisen, der in der selben Folge Obama, Boy George und einen Typen spielen kann, der die Arsch-Variante des Nasen-Aufspann-Klebers erfindet (damit Blähungen geräuschlos entweichen können, ist ja klar!).

Simpsons

The Simpsons
War eigentlich schon immer eine echte Family Values Show! Nicht so nah am aktuellen Geschehen wie South Park – dennoch schafft die Serie Popkultur-Ikonen wie den Comic Book Guy. Dafür gebührt dem Veteran Respect.

Southpark

South Park
Schaut man sich als Teenager vor allem wegen des derben Humors an. Ist man erwachsen geworden, realisiert man, dass South Park regelmässig die wahrste Aussage zu aktuellen Hot Topics macht, z.B. die grandiose Doppelfolge, in der die Terroristen nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz direkt tatsächlich unsere Fantasie angreifen. Scharf beobachtet und respektlos.

Two

Two and a Half Men
Guilty Pleasure. Klassische Old School Sitcom, die totale Stasis, rein charakterbasiert, Klischee-City, macht mir aber trotzdem Freude.

Topgear

Top Gear
Wer so konsequent dem britischen Nanny State ans Bein pinkelt, hat sich meine Anhängerschaft verdient. Eine Show über Autos, die auch Leute schauen können, die sich nicht für Autos interessieren. Und wenn man sich für Autos interessieren sollte: dann ist Top Gear wie Porno.

Und jetzt will ich von euch hören: Was fehlt auf dieser Liste? Welche Show muss ich eurer Meinung nach unbedingt auch schauen?