[citation needed] Sticker

Randall Munroe von XKCD hat ja mal drüber gewitzelt, dass man das schöne [citation needed] der Wikipedia auch im richtigen Leben verwenden sollte.

citationneeded

Das finde ich auch, und drum habe ich folgenden Vorschlag:

Man drucke das angehängte PDF aus und klebe es auf alles mögliche in der Öffentlichkeit, das nach einem Beleg verlangt. Beispielsweise Werbeplakate mit Behauptungen. Und sofort eine bessere Welt!

Das [citation needed] PDF – einer, gross

Das [citation needed] PDF – mehrere, klein

Hey, und wenn ihr das tut, macht ein Foto und schickt es mir! Merci!

Advertisements

KONY 2012: Grosserfolg mit evangelikalem Hintergrund

Es ist wie im Märchen: 100 Millionen schauen ein Video über Joseph Kony, den Anführer der Lord’s Resistance Army (LRA). Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht, ihm wird vorgeworfen, für 2’600 zivile Tote verantwortlich zu sein, 66’000 Kinder entführt und zu Kindersoldaten gemacht und zwei Millionen Menschen zur Flucht getrieben zu haben. Und jetzt soll er zur Strecke gebracht werden – dank dem Druck der Weltöffentlichkeit, ausgelöst durch ein Video.

Kony

Die Verbreitung des Videos «KONY 2012» (auf Youtube und Vimeo) ist sagenhaft. Noch kein virales Video zuvor hat so schnell 100 Millionen Views erreicht: in nur 6 Tagen. Aktuell hat die Youtube-Version 88 Millionen Views, auf Vimeo sind es 18 Millionen. Nach dem Rummel der ersten Woche kamen also «nur» noch 8 Millionen weitere Views dazu. Auch das zweite Video («KONY 2012: Part II – Beyond Famous») stiess mit 1.8 Millionen Views nicht auf ein vergleichbares Echo.

Logitech vs. Frauen

Logitech resp. die PR-Agentur vademecom möchte uns darauf aufmerksam machen, dass sie „dem weltbekannten Feng-Shui-Experten Paul Darby die spannende Frage gestellt“ haben, wie man denn seinen ganzen digitalen Krempel und Feng Shui unter einen Hut bringt.

Pauldarby-1Feng1-1Feng2-1
Paul Darby, Experte, und total wohlige Frau. Fotos: Logitech

Kollega Müller sagt, er wisse genau, wie dieses Meeting in der Marketing-Abteilung verlaufen sei. Ungefähr so:

  • Man stellte bedauernd fest, dass man nicht mehr so viele Mäuse verkauft wie auch schon (z.B. -25% Umsatz im Q3 2009).
  • Man fragte sich, wer denn noch keine Logitech-Maus hat.
  • Man schlug sich an die Stirn und rief aus: Die Frauen!
  • Man überlegte sich, wie man die Frauen anspricht. Die sollen so einfühlsam sein, und gern wohlige Wohnungen mögen!
  • Man klopfte sich reihum auf die Schultern: Zack, Umsatz verdoppelt!

Werbefrei browsen in Mac OS X: GlimmerBlocker HOWTO

Was Werbung auf Webseiten angeht, bin ich nicht so militant wie andere, ich habe aber doch ein Problem damit: der grösste Teil der Seiten, die ich täglich lese, schalten Werbung in Form von blinkendem Flash. Das mag ich nicht, weil Safari bei vielen offenen Tabs mit Flash (ich habe häufig 20+ Tabs am Start) seehr langsam wird (Beach Ball of Death).

Heute hat es mir den Hut gelupft und ich habe GlimmerBlocker installiert. Jetzt ist mein Safari so gut wie werbefrei und richtig snappy! Yay! GlimmerBlocker ist ein Ad-Blocker für Mac OS X. Die Software ist komplett Open Source unter GPLv3 und gratis.

Glimmerblocker

Das wird jetzt wie immer ausführlich.
Wer wenig Geduld hat, liest nur die Abschnitte 2 und 3.
Wer Fragen hat, liest die Kommentare. Frage noch offen? Kommentar schreiben!

1. Wie funktioniert das überhaupt? Etwas Hintergrund für das Die-gerne-wissen-Volk

Werbung auf einer Internetseite folgt bestimmten Mustern. Oft werden die Banner nicht vom gleichen Server geladen, auf dem man sich gerade befindet, sondern von dem eines Werbeanbieters. Oder die URL der Werbung enthält gewisse Stichwörter wie „Ad“. Oder die Grösse des Bildes entspricht der Standardgrösse von Werbebannern. Ein Ad-Blocker ist eine Ansammlung von Regeln, die solche Muster erkennen. Wenn etwas auf der Seite den Regeln entspricht, wird es nicht geladen. Es wird also nicht nur keine Werbung angezeigt, man hat auch noch Bandbreite gespart – die Seite wird insgesamt schneller geladen.

Die meisten Ad-Blocker funktionieren als Plug-In für den Browser. Das hat aber Nachteile: Wenn sich der Browser bei einem Update ändert, muss oft auch das Plug-In angepasst werden; wenn das Plug-In nicht stabil läuft, stürzt auch der Browser mit ab; ich kann nur für einen Browser Regeln definieren – wenn ich einen anderen Browser verwende, wird nichts geblockt.

GlimmerBlocker arbeitet anders: als HTTP-Proxy – ein Mittelsmann für HTTP. Was ist das? Ein Schaubild:

Proxy

Anstelle dass Safari direkt auf eine Webseite zugreift, werden die Anfragen über den GlimmerBlocker umgeleitet: ein Java-Programm, dass auf eurem Mac läuft, die Anfrage entgegen nimmt und dann an die Webseite weiterleitet. Die Webseite liefert nun eine HTML-Seite zurück, die neben dem Text auch Bilder, Flash-Elemente und anderes enthält. Normalerweise würde nun der Browser sagen: „Ah, ein Bild und ein Flash-Element! Bitte Mr Server, die hätte ich auch noch gerne!“ und automatisch neue Anfragen schicken. Hier setzt GlimmerBlocker nun ein: es überprüft, ob eine dieser zusätzlichen Anfragen wie Werbung aussieht. Wenn ja, wird die Anfrage gar nicht erst an den Server geschickt.

Also: kein Umleiten über einen Server, dem man vertrauen muss und der evtl. nicht immer online ist. Alles ist lokal, ihr habt die Verbindung und die Regeln unter Kontrolle. Safari stürzt nie ab, und wenn ihr mal Firefox benutzt, gelten immer noch die gleichen Regeln.

2. Los jetzt! Ich will! Die Installation

Die Installation von GlimmerBlocker ist einfach. Herunterladen, das Disk Image öffnen und die Installation starten.

Glimmerblocker-1

Wenn aufgefordert, das Admin-Passwort eingeben. Fertig! Kein Neustart notwendig, auch den Safari kann man offen lassen.

GlimmerBlocker installiert sich als eine Preference Pane in den Systemeinstellungen. Die Konfiguration macht man also dort, nicht in den Einstellungen vom Browser. Maximal schön intergriert!

Systemeinstellungen

Ausserdem ändert die Installation eure Netzwerkeinstellungen: es wird eben ein Proxy eingerichtet. Dazu wird in „Netzwerk/Weitere Optionen/Proxies“ der „Web-Proxy (HTTP)“ aktiviert und auf die Adresse 127.0.0.1 und den Port 8228 gesetzt. 127.0.0.1 ist immer die lokale Maschine.

Ihr müsst diese Einstellungen nicht selber vornehmen, die Installation übernimmt das für euch. Ich erwähne es hier nur für den Fall, dass ihr GlimmerBlocker entfernen wollt und bei der Deinstallation etwas nicht wie geplant verläuft. Dann bleibt nämlich der HTTP-Proxy aktiviert. Euer Browser wird nach wie vor den eingestellten Proxy befragen. Weil der aber deinstalliert wurde, kann er keine Anfragen entgegen nehmen und weiterleiten. Ihr werden den Eindruck haben, euer Internet sei kaputt. Ist das der Fall: einfach unter „Netzwerk/Weitere Optionen/Proxies“ den „Web-Proxy (HTTP)“ wieder deaktivieren (Haken weg).

Systemeinstellungen-1

Weitere Installationsanleitungen gibt es hier: Detailed installation instructions

3. Gut, fertig installiert! Was jetzt? Konfiguration!

Eigentlich ist jetzt keine weitere Konfiguration mehr nötig. GlimmerBlocker richtet gleich einige gute Standard-Regeln ein, die gleich Werbung unterdrücken. Es wird nicht perfekt sein und jedes einzelne Banner erwischen, aber einen grossen Teil.

Solltet ihr GlimmerBlocker ausschalten wollen: die Systemeinstellungen öffnen, unter „SonstigeGlimmerBlocker auswählen und im „Setup„-Tab das Activate-Häkchen wegklicken.

Glimmerblocker-2

4. Für Fortgeschrittene!

Nun ist zwar die meiste Werbung geblockt, ab und zu kommt aber trotzdem noch etwas durch. Kein Problem, die Regeln sind beliebig erweiterbar. Hier ein Beispiel mit Eurogamer.net (eine ganz tolle Seite übrigens!).

Eurogamer

GlimmerBlocker beobachtet, was so vorbeifliegt, und schlägt mögliche Kandidaten für eine Sperrung vor, im Tab Suspects.

Glimmerblocker-3-1

Das muss aktiviert sein, bevor ihr die Seite mit Werbung lädt; wenn es noch off war: aktivieren und die Seite noch einmal reloaden. Im Beispiel sehen wir nun, dass von „images.eurogamer.net“ Flash geladen wird, das mit „ads“ angeschrieben ist. Genau das wollen wir nicht. Darum auf „Create filter rule…“ klicken und:

Systemeinstellungen-2

Bis und mit Host ist alles schon voreingestellt, so lassen. In diesem Beispiel würden nun aber alle Dateien blockiert, die von „images.eurogamer.net“ geladen werden. Das wollen wir nicht, weil da ja auch normale Bilder drunter sein könnten. Deshalb stellen wir den Pfad auf „contains“ und geben dort „/ads“ ein. Nun werden nur Dateien blockiert, die von „images.eurogamer.net“ kommen UND im Pfad irgendwo „/ads“ drin steht.

Glimmerblocker-4

Diese Regel wird unter Filters abgelegt. Ein Filter ist ein Set von Regeln. Ich habe hier ganz einfach einen neuen Filter namens „Meine eigenen Filter“ gemacht (originell, nicht?) und dort ein paar Regeln definiert für Seiten, die ich häufig besuche. Das könnte man noch beliebig komplexer gestalten. Und darum:

5. Für noch Fortgeschrittenere!

Manchmal flutscht immer noch Werbung durch, ohne das sie dem Blocker verdächtig vorkommt. Dann erscheint sie auch nicht unter „Suspects“. Darum machen wir nun eine Regel von Hand! Sofern man ein bisschen HTML-Code lesen kann, ist das ganz einfach.

Dazu müssen wir erst herausfinden, wie die Werbung aufgerufen wird. Wir schauen uns dazu den Quelltext der Seite mit Werbung drauf an. Rechte Maustaste oder Ctrl+Klick irgendwo im Browser und dann „Quelltext anzeigen„.

Quelltext

Das öffnet ein Fenster mit dem Quelltext der Seite. In diesem Quelltext suchen wir nun (per Command+F) nach den Ads. Ich würde Stichwörter wie „Ad“, „Banner“, „Advert“, „.swf“ oder ähnliches ausprobieren.

Skitch

So finden wir diesen Advertisement-Code und können folgern, dass vom Host „ox.eurogamer.net“ und dem Pfad „/oa/“ wohl nur Werbung kommt. Also „Filters“ öffnen, „Meine eigenen Filter“ anwählen und unten links auf das Plus für eine neue Regel. Und dort das eintragen:

Systemeinstellungen-3

Fertig! Sollte eine Regel mal zu viel blocken und eine Seite z.B. keine Bilder mehr anzeigen: nicht schlimm, einfach die Regel deaktivieren unddie Seite neu laden. Bearbeiten, ergänzen – oder halt ganz entfernen mit dem Minus unten links.

Glimmerblocker-5

GlimmerBlocker könnte noch viel mehr, das überlasse ich aber euch:

  • Wenn man eine bestimmte Seite von der Blockerei ausnehmen will, setzt man sie auf eine Whitelist.
  • Regeln können auch mit Regular Expressions geschrieben werden und sind damit beliebig komplex. Ich liebe Regexp!
  • Inhalt kann umgeschrieben werden (HTML, CSS). Beispiel: Youtube-Filmchen gleich in HD anzeigen anstatt immer auf den „Show in HD“-Knopf drücken. Oder die zigtausend Social-Media-Buttons unter jedem Artikel entfernen. Oder Comments gleich aufgeklappt anzeigen. Usw.
  • Keyword Expansion in der URL! Anstelle im Browser die Adresse „wikipedia.org“ und dann dort im Suchfeld „Grünspecht“ einzugeben, gibt man in der Adresszeile des Browsers „wiki Grünspecht“ ein. Cool!

Alternativen für Windows
Ad Muncher (30-Tage-Trial, danach ca. 25.-)

Werbung in Games: Google kommt, trotzdem kein Grund zur Panik

Google hat angekündigt, ihre Werbeplattform AdSense auch für Games anzubieten. Im Moment geht es noch um Flash-Games. Per AdSense wird es möglich sein, vor und nach dem Spiel oder zwischen Levels Werbung anzuzeigen. Werber können nun neben Websites und Videos auch in Flash-Spielen über Google Werbung platzieren.

Google brings AdSense to games (Guardian Games Blog)

Der Guardian stellt die Frage, die wohl bei jedem Gamer zuerst auftaucht: „Is that the sound of floodgates opening?“ Die Befürchtung: Flash-Games sind nur der Anfang, bald wird Google auch in „richtigen“ Spielen Werbung platzieren. Genährt wird diese Befürchtung dadurch, dass Google weder die einzigen, noch die ersten sind, die in diesem Geschäftsfeld experimentieren. Im Gegenteil: IGA hat vor kurzem eine Partnerschaft mit Sony für die Playstation 3 abgeschlossen; die Microsoft-Tochter Massive hat ihre Zusammenarbeit mit Electronic Arts verlängert – um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Grossen sind an Bord.

Wir Gamer wollen aber keine Werbung in unseren Games. Wir haben Angst vor der Vorstellung, in einer Fantasy-Welt plötzlich mit einer Coca-Cola-Werbetafel konfrontiert zu werden – und damit aus der Welt des Spiels herausgerissen.

Wowcoke

Don’t panic! Ich bin sicher, dass diese Angst unbegründet ist. Ich war vor ziemlich genau einem Jahr an der Konferenz des Gamehotel, die sich einen ganzen Nachmittag mit dem Thema „In-Game Advertising“ beschäftigt hat. Mein Bericht hier:

Zusammengefasst: alle wollen gerne Werbung machen in Games, aber keiner weiss, wie. Man ist sich bewusst, dass man Games nicht einfach mit Bannern zupflastern kann (abgesehen von Sport-Spielen, bei denen echte Werbung den Realismus erhöht).

The good news for gamers is this: marketers start to realize that they cannot simply put banners into games and be done with that. They have learned that the medium has its own set of rules. They cannot break the flow of the game, since they would ruin the experience for the player. If your product is associated with ruining an experience, you’re out.

Die Zukunft der Game-Werbung wird deshalb ganz woanders liegen: nicht IN Games werben, sondern MIT Games. Disney macht es heute schon vor: bei einer Kooperation mit McDonalds wird nicht in einem Disney-Film ein McDonalds-Produkt platziert, sondern die Disney-Charaktere werden für McDonalds-Werbung verwendet. Genau so wird es auch mit Games laufen. Master Chief als Karton-Figur und einem Big Mac in der Hand.

Games erzeugen Emotionen bei den Spielern. Wenn es den Werbern gelingt, diese Emotion mit ihrem Produkt zu verknüpfen, funktioniert die Werbung. Es gibt nur einen Weg: diese Verknüpfung muss ausserhalb des Spieles erfolgen. Lasst die Games die Stimmung und die Charaktere aufbauen – je stärker sie sind, desto wiedererkennbarer sind sie, auch in einem anderen Kontext. Und das könnte dann eben McDonalds sein.

YouTube vs. Berlusconi vs. Bayonetta

Hinter Viacom reihen sich andere ein, die sauer auf YouTube sind. Nun auch Silvio Berlusconi, resp. sein Imperium Mediaset. Schon vor einer Weile hat Telecinco in Spanien gegen YouTube geklagt (ein Sender, der Mediaset gehört); und nun auch noch Mediaset selber, in Rom. Wie immer wegen unerlaubter Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Gewissenhaft rechnen die Anwälte von Mediaset vor, wie viel ihnen YouTube schuldet: MediaSet-Clips auf YouTube entsprächen 315’672 Tagen (!) Fernsehen, und deshalb wollen sie einen Schadenersatz von 500 Millionen Euro für entgangene Werbeeinnahmen.

Safari

Mal ganz abgesehen davon, dass die halbe Milliarde Euro sehr nach Dr. Evil klingt – „One Million Dollars!!“ – siehe:

Also ganz abgesehen davon ist das dieselbe Mongo-Logik, die von der Musikindustrie auch so gerne bemüht wird, wenn sie berechnet, wie viel Trilliarden sie an die Piraten verliert. Weil ja schliesslich jeder und jede einzelne, die einen Zwei-Minuten-Clip auf YouTube schaut, natÜÜrlich, wenn es YouTube nicht gäbe, STUNDENLANG Mediaset-Sender schauen würde, inklusive STUNDENLANGER Werbung.

Gääähn. Äxgüsi, langweilt mich grade, und drum schaut euch doch dieses Preview auf Bayonetta an.

Bayonetta (Eurogamer) resp. eigentlich vor allem den Teaser-Trailer

Ich finde, mehr Frauen sollten solche Schuhe tragen:

Bayonetta_-_announcement_trail

Ja, das ist eine Pistole als Absatz. Ja, damit schiesst sie Männern ins Gesicht (nur den wirklich Bösen, nehme ich jetzt einfach mal an). Davor hat der Designer von Bayonetta, Hideki Kamiya, gar keine Angst, im Gegenteil:

I feel strongly that women should dress like her. Like, when she does the hair attacks, you see her skin. So I want women to wear fashion like that.